Norwegischer Bischof Hansen betont Bedeutung der Beichte in systematischem Hirtenbrief

Norwegischer Bischof Hansen betont Bedeutung der Beichte in systematischem Hirtenbrief

Der Bischof von Oslo in Norwegen, Fredrik Hansen PSS, hat in einem Hirtenbrief am Sonntag die Bedeutung der Beichte betont und das Sakrament in seinem systematischen Schreiben näher erläutert.

„Die sieben Sakramente – Taufe, Firmung, Eucharistie, Krankensalbung, Buße, Ehe und Priesterweihe – wurden alle von unserem Herrn Jesus Christus eingesetzt und sind daher keineswegs willkürlich“, stellte Hansen gleich zu Beginn klar. „Die Sakramente sind von Gott gewollt und entspringen dem Heilswerk Jesu.“

Die Sakramente würden zurecht „als Gnaden- und Heilsmittel bezeichnet. Im Sakrament der Buße empfangen wir Vergebung für die Verfehlungen und Sünden, die wir begangen haben.“

Zum korrekten Verständnis von Sünde führte Hansen aus: „Jede Sünde schadet unserer Beziehung und unserer Verbundenheit mit Gott, mit der Kirche und mit unseren Mitmenschen. Schwere Sünden, auch Todsünden genannt, zerreißen diese Bindungen vollständig. Lässliche Sünden zerreißen die Bindungen zwar nicht, schwächen sie aber. Wenn wir unsere Bindungen zu Gott, zur Kirche und zu unseren Mitmenschen zerreißen, bleiben wir völlig allein zurück, wie der verlorene Sohn in Jesu Gleichnis.“

In der Beichte vergebe Gott den Menschen „in seiner Barmherzigkeit, stellt das göttliche Leben in uns wieder her und führt uns zurück in die Freundschaft mit ihm und in die Gemeinschaft mit der Kirche“.

Ausdrücklich ermunterte Hansen die Gläubigen seiner Diaspora-Diözese, regelmäßig zu beichten. Konkret schlug er vor, mindestens dreimal pro Jahr zu beichten: im Advent und in der Fastenzeit sowie im Sommer rund um das Fest des heiligen Olaf, das Ende Juli gefeiert wird.

Wenn man in der Sünde verharre, bleibe man auf sich allein gestellt, was „oft zu weiteren Sünden“ führe. Die Sünde sollte daher in uns vielmehr den Eifer wecken, unsere Sünden zu bekennen und Gottes Vergebung zu empfangen. Die Kirche schreibt zudem vor – und das sei an dieser Stelle noch einmal betont –, dass jeder, der sich einer schweren Sünde bewusst ist, von der Kommunion Abstand nehmen muss.“

„Es ist wichtig, sich gut auf die Beichte vorzubereiten und damit die Anforderungen des Sakraments zu erfüllen“, mahnte Hansen und erwähnte die aufrichtig Reue für die Sünden, das demütige Bekenntnis der Sünden und die treue Erfüllung der aufgetragenen Buße.

Ganz praktisch erklärte der Bischof, der Prozess der Beichtvorbereitung beginne damit, „dass wir in Stille und im Gebet gründlich über unser Leben nachdenken und herausfinden, welche Sünden gebeichtet werden müssen und was wir konkret im Beichtstuhl vorbringen sollen. Um diese Selbstprüfung zu unterstützen, wird die Verwendung eines Beichtleitfadens, der Zehn Gebote oder anderer zentraler biblischer Texte dringend empfohlen.“

Am Ende des Hirtenbriefs wartete Hansen mit pastoralen Anmerkungen auf. So lud er diejenigen Personen, die schon länger nicht mehr gebeichtet haben, ein, ihm zu schreiben, warum sie damit zögern, „damit wir gemeinsam das Sakrament der Buße zu einem lebendigen Bestandteil im Leben aller Gläubigen machen können“.

Die Priester ermunterte er, mit gutem Beispiel voranzugehen und selbst immer wieder zu beichten. Außerdem schrieb er: „Lasst uns die Beichte noch zugänglicher, angstfreier und leichter erreichbar machen und sie in noch stärkerem Maße zu einer lebendigen Begegnung mit Gottes unendlicher Barmherzigkeit werden lassen. Um dieses Bestreben voranzutreiben, werde ich den Priesterrat bitten, konkrete Vorschläge zu unterbreiten, wie wir die Beichte in unserer Ortskirche in den kommenden Monaten und Jahren stärken können.“

Der 46-jährige Hansen ist noch kein ganzes Jahr Bischof von Oslo. Anfang 2025 war er bereits als Koadjutor dem damaligen Bischof von Oslo, Bernt Ivar Eidsvig CRSA, zur Seite gestellt worden.

Im Jahr 1999 war Hansen zum katholischen Glauben konvertiert. Acht Jahre später empfing er die Priesterweihe. Ab 2013 war der heutige Bischof im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls tätig. 2022 trat er bei den Sulpizianern ein, einer Weltpriesterkongregation, die besonders in Frankreich und Nordamerika verbreitet ist.

Der direkte Stil des Hirtenbriefs vom Sonntag ist verwurzelt in einer Grunüberzeugung des Bischofs, die er in einem Interview mit Omnes im März 2025 mit folgenden Worten zum Ausdruck brachte: „Die Kirche und insbesondere ihre Seelsorger müssen den Gläubigen stets vermitteln, was die Kirche über das christliche Leben und die christliche Sittenlehre lehrt. Dies muss klar und deutlich geschehen, im Einklang mit der Kirche und den Gläubigen angepasst. Kinder müssen in den grundlegendsten Dingen unterwiesen werden, Jugendliche in etwas mehr und Erwachsene in allem.“

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