Afrikanische Bischöfe verurteilen Polygamie, fordern pastorale Begleitung hin zu Monogamie

Afrikanische Bischöfe verurteilen Polygamie, fordern pastorale Begleitung hin zu Monogamie

Die im Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) versammelten afrikanischen Bischöfe haben die Polygamie nachdrücklich verurteilt. Gleichzeitig forderten sie in einem am Dienstag im Rahmen des weiter laufenden weltweiten synodalen Prozesses veröffentlichten Dokument eine pastorale Begleitung hin zur Monogamie.

Das SECAM-Dokument bekräftigte die überlieferte katholische Lehre der lebenslangen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau. Man wolle „die monogame Dimension der Ehe fördern, indem wir uns die Lehren der Heiligen Schrift über die Einzigartigkeit und Unauflösbarkeit der Ehe zu eigen machen“.

In der vierseitigen offiziellen Zusammenfassung des längeren Dokuments erinnerte das SECAM, der von den Missionaren in Afrika verfolgte pastorale Ansatz „konzentrierte sich in erster Linie auf die Bekämpfung der Polygamie. Die monogame Ehe war daher eine Voraussetzung dafür, Christ zu sein oder zu werden. Für die Missionare war die Polygamie eine Form der Versklavung von Frauen und als solche zutiefst unmoralisch.“

„Im heutigen afrikanischen Kontext wurden verschiedene pastorale Vorgehensweisen eingeführt, um mit Fällen von Polygamie umzugehen“, hieß es. „Einige verlangen von einem polygamen Mann, der die Sakramente empfangen möchte, dass er sich für eine einzige Ehefrau entscheidet, wobei den anderen Ehefrauen und ihren Kindern Gerechtigkeit und Unterstützung garantiert werden. Andere sehen ein ‚dauerhaftes Katechumenat‘ vor, bei dem die betreffende Person in die Gemeinschaft aufgenommen wird, ohne Zugang zu den Sakramenten zu haben.“

„Manchmal wird die erste Ehefrau getauft, wenn sie als Opfer einer unfreiwilligen polygamen Verbindung angesehen wird“, so das Dokument weiter. „Schließlich erfordert die ‚versteckte Polygamie‘ – inoffizielle Mehrfachbeziehungen – spezifische Unterstützung, die sich oft auf die Frau und die Kinder konzentriert.“

Das SECAM empfahl, „dass Polygamisten, die sich durch die Gnade der Taufe mit Christus identifizieren möchten, sich gründlich vorbereiten, sich von bestimmten kulturellen Zwängen befreien, die Botschaft des Evangeliums annehmen, sich an das christliche Ideal halten und sich zu einer monogamen Ehe verpflichten, bevor sie die Taufe empfangen.“

Entsprechend werde die Kirchen „keinen Polygamisten taufen, der sich lediglich auf ein Versprechen stützt oder der auch nach dem Empfang dieses Sakraments weiterhin in dieser Lebensform verbleiben wird. Letztendlich besteht kein Bedarf, das Sakrament der Taufe für Polygamisten vorwegzunehmen, sondern vielmehr ein Bedarf an Begleitung im Rahmen eines inkulturativen pastoralen Ansatzes, der Wege zu einem pastoralen Umgang mit Polygamie eröffnet.“

Der Kirche gehe es im Umgang mit Menschen, die Polygamie praktizieren, „nicht um Ablehnung oder Stigmatisierung, sondern darum, den Einzelnen auf dem Weg zu einer echten Bekehrung und zur vollständigen sakramentalen Eingliederung zu begleiten“, so die Zusammenfassung des SECAM-Dokuments.

Letztlich müsse diese Art von Seelsorge „von Nähe, Zuhören, Offenheit und Respekt für den individuellen Lebensweg jedes Einzelnen geprägt sein“, aber „auch darauf abzielen, die Würde der Frau zu wahren“.

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