Papst Leo in Monaco: Nichts kann „Schönheit und Wahrheit“ des katholischen Glaubens trüben
Vor der Kirche Sainte-Dévote in Monaco hat sich Papst Leo XIV. mit jungen Menschen und Katechumenen getroffen, denen er sagte, dass „der Glaube auch heute vor Herausforderungen und Hindernissen“ stehe, „doch nichts kann seine Schönheit und Wahrheit trüben“.
„Die Moderne und die Postmoderne haben uns um viele gute Dinge bereichert, die uns auf vielen Ebenen Impulse und bisher unbekannte Möglichkeiten bieten: im Bereich der Kultur, der Medizin und Gesundheit bis hin zu Technik und Kommunikation“, betonte Leo. „Sie stellen uns jedoch auch vor bedeutende Herausforderungen, die wir nicht ignorieren dürfen und denen wir uns klar und bewusst stellen müssen.“
Was dem Leben Stabilität verleihe, sei die Liebe, und zwar „zuallererst die grundlegende Erfahrung der Liebe Gottes und dann, als ihr Widerschein, die erleuchtende und heilige Erfahrung gegenseitiger Liebe. Und einander zu lieben verlangt einerseits die Bereitschaft zu wachsen und damit auch sich zu verändern, andererseits verlangt es nach Treue, Beständigkeit und nach der Bereitschaft, im Alltag Opfer zu bringen.“
„Nur so findet die Unruhe zum Frieden und füllt sich die innere Leere“, so der Pontifex, „nicht mit materiellen und vergänglichen Dingen, auch nicht mit der virtuellen Zustimmung Tausender von likes oder mit konditionierenden, künstlichen, manchmal sogar gewalttätigen Zugehörigkeiten. Diese Dinge müssen von der Tür zum Herzen weggeräumt werden, damit die gesunde und sauerstoffreiche Luft der Gnade die Räume wieder erfrischen und mit Leben erfüllen kann, und damit der kräftige Wind des Heiligen Geistes die Segel unseres Lebens wieder aufblähen und es dem wahren Glück zuführen kann.“
„All dies, meine Lieben, erfordert Gebet, Räume der Stille und des Hörens, um die Hektik des Tuns und Redens, der Nachrichten, der reels und der chats zum Schweigen zu bringen und um die Schönheit des echten und konkreten Zusammenseins tiefer erleben und genießen zu können“, erläuterte Papst Leo und übte damit auch eine Kritik an der Omnipräsenz sozialer Medien im Leben vieler jungen Menschen. „Der heilige Carlo Acutis sprach in diesem Zusammenhang von der Eucharistie als der ‚Autobahn zum Himmel‘ und von der Eucharistischen Anbetung als einem Sonnenbad, das die Seele zu bräunen vermag.“
Leo verwies auf die Bedeutung des Zeugnisses und stellte klar: „Die Worte und Gesten des Zeugnisses und der Hoffnung lassen sich nicht improvisieren und wir tun sie nicht aus uns selbst heraus: Sie entspringen einer tiefen Beziehung zu Gott, in der wir als Erste die grundlegenden Antworten des Lebens finden. Wenn der Kanal seines Wirkens in uns offen ist und wenn der gegenseitige Austausch offen stattfindet, durch den wir diese Liebesbeziehung zu einem gemeinsamen und mit anderen geteilten Geschenk machen, können wir darauf vertrauen, dass die rechten Worte und die nötige Kraft zum Handeln zum richtigen Zeitpunkt kommen werden.“
„Liebe junge Menschen, habt keine Angst davor, Gott und euren Brüdern und Schwestern alles zu geben – eure Zeit, eure Kräfte – und euch ganz für den Herrn und eure Mitmenschen einzusetzen“, sagte der Pontifex. „Nur so werdet ihr eine immer neue Freude und einen immer tieferen Sinn im Leben finden. Die Welt braucht euer Zeugnis, um die Irrwege unserer Zeit zu überwinden und sich ihren Herausforderungen zu stellen, und vor allem, um den Wohlgeschmack der Gottes- und Nächstenliebe neu zu entdecken.“
Den anwesenden Katechumenen wünschte Papst Leo, „dass ihr in Christus ein erfülltes und wahres Leben führen könnt; dass ihr zum Wohl aller im Glauben, in der Hoffnung, in der Gerechtigkeit und in der Liebe Friedensstifter sein könnt“.
„Bezieht das Evangelium in eure beruflichen Entscheidungen, in euer gesellschaftliches und politisches Engagement mit ein, um denen eine Stimme zu verleihen, die keine haben, und so eine Kultur der Fürsorge zu verbreiten“, forderte er. „Macht alles zu einem Geschenk an Gott und lebt alles als eine Sendung, bei der ihr Freunde in Christus und treue Weggefährten seid.“
