Papst Leo: „In der Welt, gerade dort, wo das Böse wütet, liebt Jesus endgültig“
Beim Abendmahlsamt am Gründonnerstag hat Papst Leo XIV. bekräftigt: „ In der Welt, gerade dort, wo das Böse wütet, liebt Jesus endgültig, für immer, mit seiner ganzen Person.“ Am Gründonnerstag feiert die Kirche die Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums und gedenkt der biblischen Fußwaschung sowie des Letzten Abendmahls.
Der Pontifex stellte in seiner Predigt die Fußwaschung in den Mittelpunkt: „Was der Herr uns zeigt, indem er das Wasser, die Schüssel und das Tuch nimmt, ist weit mehr als ein moralisches Vorbild. Er legt uns damit nämlich seine eigene Art zu leben ans Herz: Das Waschen der Füße ist eine Geste, die die Offenbarung Gottes zusammenfasst, ein beispielhaftes Zeichen des fleischgewordenen Wortes, sein unverwechselbares Andenken. Indem er sich zum Diener macht, offenbart der Sohn die Herrlichkeit des Vaters und hebt die weltlichen Maßstäbe aus den Angeln, die unser Gewissen trüben.“
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Mehr InformationenLeo räumte ein, „dass wir stets versucht sind, einen Gott zu suchen, der ‚uns dient‘, der uns zum Sieg verhilft, der nützlich ist wie Geld und Macht. Wir verstehen hingegen nicht, dass Gott uns wirklich dient, ja, und zwar durch die selbstlose und demütige Geste der Fußwaschung. Darin liegt die Allmacht Gottes. So erfüllt sich der Wille, das Leben denen zu widmen, die ohne diese Gabe nicht leben können. Der Herr kniet nieder, um den Menschen zu waschen, aus Liebe zu ihm. Und die göttliche Gabe verwandelt uns.“
„Mit seiner Geste reinigt Jesus nämlich nicht nur unser Gottesbild von der Idolatrie und den Lästerungen, die es beschmutzt haben, sondern er reinigt auch unser Bild vom Menschen, der sich mächtig wähnt, wenn er herrscht, der siegen will, indem er Seinesgleichen tötet, der sich für groß hält, wenn er gefürchtet wird“, fuhr Papst Leo fort. „Als wahrer Gott und wahrer Mensch gibt Christus uns stattdessen ein Beispiel der Hingabe, des Dienens und der Liebe.“
„Wir brauchen sein Vorbild, um zu lernen wie man liebt, nicht, weil wir dazu unfähig wären, sondern gerade um uns selbst, gegenseitig, zur wahren Liebe zu erziehen“, betonte er. „Lernen, so zu handeln wie Jesus – der das Zeichen ist, das Gott in die Weltgeschichte einprägt – das ist eine Lebensaufgabe.“
Leo erklärte die Art und Weise, wie Christus die Menschen liebt, nämlich „nicht unter der Voraussetzung, dass wir uns von seiner Barmherzigkeit reinigen lassen“, sondern er „liebt uns – und deshalb reinigt er uns, damit wir seiner Liebe entsprechen können“. Entsprechend gilt: „Sich vom Herrn bedienen zu lassen, ist also die Voraussetzung, um so dienen zu können, wie er es getan hat.“
„So lasst uns also angesichts einer Menschheit, die aufgrund vieler Arten von Brutalität in die Knie gezwungen ist, auch selbst niederknien als Brüder und Schwestern der Bedrückten“, forderte der Papst die Katholiken auf.
Am Ende der Predigt kam er noch kurz auf die „Einsetzung der Eucharistie und des Priesteramtes“ zu sprechen: „Die innige Verbindung zwischen den beiden Sakramenten stellt die vollkommene Hingabe Jesu dar, des Hohepriesters und der ewig lebendigen Eucharistie: Die gewandelten Gaben von Brot und Wein sind ‚das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird‘.“