Bischof Bertram Meier reist für interreligiösen Dialog nach Sarajevo
Bischof Bertram Meier befindet sich derzeit in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, um sich dort der Ökumene und dem interreligiösen Dialog zu widmen. Meier ist Bischof von Augsburg und Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Außerdem führt er den Vorsitz in der DBK-Unterkommission für den Interreligiösen Dialog.
„Mit der Stadt Sarajevo verbinden sich ganz unterschiedliche Assoziationen“, sagte Meier am Dienstag. Die Stadt sei „einerseits ein Schicksalsort der europäischen Geschichte, der bis heute die Narben blutiger Konflikte trägt, andererseits aber auch das ‚Jerusalem Europas‘, in dem die Koexistenz unterschiedlicher Religionen seit einem halben Jahrtausend zum Alltag gehört und sich auch in architektonischer Schönheit manifestiert“.
„Papst Franziskus sprach bei seinem Sarajevo-Besuch 2015 davon, dass der Stadt nach den Schrecken des Bosnien-Krieges erneut der Übergang ‚von einer Kultur des Gegeneinanders […] zu einer Kultur der Begegnung‘ gelungen sei“, erinnerte Meier, bevor er ankündigte: „In den nächsten Tagen werde ich auf diesen Spuren unterwegs sein.“
Die Reise stehe also „im Zeichen des Dialogs zwischen den Religionen und Konfessionen“, wobei ein Schwerpunkt „auf der Begegnung mit Repräsentanten des Islam“ liegen werde, „der in Bosnien mittlerweile mit Abstand die Mehrheitsreligion bildet“.
„Gleichzeitig will ich meine tiefe Verbundenheit mit den Katholikinnen und Katholiken im Land zum Ausdruck bringen, die sich als kleiner werdende Gruppe mit großen Herausforderungen konfrontiert sehen“, unterstrich der Bischof von Augsburg. „Dabei ist es gerade katholischen Initiativen zu verdanken, dass immer wieder neue Räume der Begegnung entstehen und Versöhnung wachsen kann.“
„Mir geht es bei dieser Reise um klare Signale des interreligiösen Dialogs und eine sichtbare Solidarität mit der Ortskirche“, fasste Meier zusammen. „Ich will besser verstehen, welche politischen und gesellschaftlichen Perspektiven die Menschen in Bosnien und Herzegowina gut 30 Jahre nach dem Friedensschluss von Dayton für ihr Land sehen.“
