Hilfswerk Missio: Waffenstillstand „muss auch für den Südlibanon gelten“
Das in Aachen beheimatete katholische Hilfswerk Missio hat mit Blick auf den zweiwöchigen Waffenstillstand im Krieg der USA und des Staates Israel gegen den Iran gefordert, dass dies „auch für den Südlibanon gelten“ müsse.
Bald nach Beginn des Iran-Kriegs kam es zu Auswirkungen auf die gesamte Region. Im Libanon stellte sich die Terrororganisation Hisbollah an die Seite des Iran und antwortete auf den Krieg mit Schlägen auf Ziele im Staat Israel. Dieser Staat wiederum kämpft nun gegen den Libanon, wobei bereits von tausenden Todesopfern und hunderttausenden Flüchtlingen die Rede ist, die aus dem Süden des Landes gen Norden fliehen.
Während nun seit wenigen Tagen ein Waffenstillstand herrscht, gilt dies nicht für den Krieg im Libanon: Der Staat Israel bombardiert weiter Ziele in dem Land, in dem ein großer Teil der Bevölkerung christlich ist.
Am Mittwoch sagte Pfarrer Dirk Bingener, der Missio-Präsident: „Wir begrüßen grundsätzlich die angekündigte Waffenruhe von 14 Tagen zwischen den USA, Israel und Iran. Aber sie muss auch für den Südlibanon gelten.“
„Nur wenn alle beteiligten Akteure zu einer befristeten Feuerpause bereit sind, kann Raum für humanitäre Hilfe, Schutz der gesamten Zivilbevölkerung und neue politische Gespräche entstehen“, führte er aus.
„Wer Frieden im Nahen Osten will, darf den Südlibanon nicht ausklammern“, bekräftigte der Priester und Missio-Präsident. „Die internationale Gemeinschaft muss jetzt alles daransetzen, dass aus einer begrenzten Feuerpause ein umfassender Prozess der Deeskalation wird.“
Es gelte, die Hisbollah zu entwaffnen, betonte Missio. Aber: „Diese für die Sicherheit Israels und des Libanons notwendige Entwaffnung darf nicht in eine neue innere Zerreißprobe des Landes führen. Nötig sind Diplomatie, international abgestimmte Sicherheitsgarantien und ein klarer Wille, den Libanon vor einem weiteren Absturz zu bewahren.“
