Herolde des Evangeliums dürfen nach vatikanischem Verbot wieder Priester weihen
Nach einer durch den Vatikan verordneten siebenjährigen Unterbrechung dürfen die Herolde des Evangeliums ihre Priester- und Diakonweihen wieder aufnehmen. Am Ostersonntag gab die Gemeinschaft in São Paulo bekannt, dass am 11. April 31 Akolythen zu Diakonen und am 12. April 26 Diakone zu Priestern geweiht werden.
„In der Osteroktav verkündet die Heilige Mutter Kirche eine Woche lang voller Freude die Auferstehung des Herrn. Für die Herolde des Evangeliums wird diese Freude in diesem Jahr durch die Diakonenweihe von 31 Akolythen und die Priesterweihe von 26 Diakonen […] ihren Höhepunkt finden“, hieß es in einer Mitteilung der Gemeinschaft.
Bei den Weihen handelt es sich um Mitglieder der Gesellschaft des apostolischen Lebens Virgo Flos Carmeli, die mit den Herolden des Evangeliums verbunden ist.
Die Diakonenweihe wird vom emeritierten Erzbischof Fernando José Monteiro Guimarães zelebriert. Kardinal Raymundo Damasceno Assis leitet hingegen die Priesterweihe am Sonntag der Barmherzigkeit.
Mit der Wiederaufnahme der Weihen wird einer der komplexesten kirchlichen Prozesse der vergangenen Jahre abgeschlossen. Die Herolde des Evangeliums standen seit 2017 unter apostolischer Visitation des Vatikans.
Ausgelöst wurde die Untersuchung durch Mängel in den Bereichen Leitung, Verwaltung, Ausbildung und Seelsorge, wie CNA Deutsch berichtete. Darüber hinaus gab es Vorwürfe zu Disziplinarpraktiken, finanziellen Unregelmäßigkeiten sowie Beschwerden von Eltern über die zunehmende Isolation ihrer Kinder.
2019 ernannte der Heilige Stuhl mit Kardinal Damasceno Assis einen päpstlichen Kommissar, gleichzeitig wurden alle Weihen der Gemeinschaft bis auf weiteres ausgesetzt.
Für die Betroffenen hatte dies erhebliche Folgen: Viele Diakone warteten jahrelang ohne Aussicht auf eine Priesterweihe. Insgesamt waren sieben Seminarjahrgänge von dem Weihestopp betroffen.
Bei den Herolden des Evangeliums handelt es sich um eine in São Paulo entstandene internationale Vereinigung von Gläubigen, die am 22. Februar 2001 von Papst Johannes Paul II. anerkannt wurde und heute von Brasilien aus in vielen Ländern im Dienst der Neuevangelisierung tätig ist.
