Papst Leo begegnet in Äquatorialguinea einem Stadion voller Jugendlicher und Familien
Papst Leo XIV. hat sich am Mittwochabend in Äquatorialguinea mit Jugendlichen und Familien getroffen. Die Veranstaltung war von Gesang, Tanz und einem Stadion voller jubelnder Katholiken geprägt.
Selbst bei strömendem Regen blieb die Stimmung ausgelassen: Es gab Sprechchöre, Lieder zu Ehren der Jungfrau Maria und Menschenmengen, die den Pontifex begrüßten, als er im Papamobil über durch das Stadion fuhr.
Bevor der Papst sprach, hieß Bischof Miguel Ángel Nguema Bee, Apostolischer Administrator und Leiter der Jugendpastoral der Bischofskonferenz von Äquatorialguinea, ihn im Land und in der Diözese Bata willkommen. Er beschrieb Äquatorialguinea als „ein junges Land, voller Energie, Fragen und Lebenshunger“, räumte jedoch auch dessen Herausforderungen ein und bekräftigte: „Christus ist unser Licht.“
Es folgten Lieder und Tänze sowie die Überreichung von Geschenken an den Papst, darunter ein Fischernetz, eine Statue der Jungfrau Maria, ein Modellboot und ein Stab – Gegenstände, die das tägliche Leben und die kulturellen Traditionen des Landes widerspiegeln. Anschließend gaben mehrere junge Menschen und Familien Zeugnis.
Eine junge Arbeiterin, Alicia Ikimo Ipo, sprach über die Bedeutung des Christseins im täglichen Leben und darüber, Christus in die gewöhnliche Arbeit und in zwischenmenschliche Beziehungen einzubringen.
Ein junges Ehepaar – Purificación Nntongo Nguema und Jaime Antonio Ndong –brachte seine Hoffnung auf ein Äquatorialguinea zum Ausdruck, das von geeinten und versöhnten Familien geprägt ist, offen für Dialog und Vergebung und in der Ehe verwurzelt, wie sie von der Kirche gelehrt wird.
Der Seminarist Francisco Martín Nze Obiang sprach davon, wie man die Angst überwinden kann, auf Gottes Ruf zu antworten, und sagte, er habe entdeckt, dass Christus, wenn er ruft, nichts wegnimmt, sondern alles gibt.
Das bewegendste Zeugnis kam vom 13-jährigen Arnoldo Abeso Ondo, der davon sprach, wie er nur mit seiner Mutter aufgewachsen ist, und davon, wie wichtig es für junge Menschen ist, sich selbst zu respektieren, für sich selbst zu sorgen und verantwortungsbewusst zu leben.
Der Papst ging dann auf die Zeugnisse ein, die er gehört hatte.
Über Alicia sagte er, sie habe über die Bedeutung gesprochen, „seinen Pflichten treu zu bleiben und durch die tägliche Arbeit zum Wohl der Familie und der Gesellschaft beizutragen“. Er fügte hinzu, dass ihre Worte zum Nachdenken anregen „über die Bedeutung produktiven, engagierten Einsatzes und über die Notwendigkeit, stets die Würde jedes Menschen zu wahren“.
In Bezug auf das Zeugnis von Francisco Martín sagte Leo, der Seminarist habe „uns einen Einblick in die schöne Realität so vieler junger Menschen gegeben, die sich ganz Gott hingeben für das Heil ihrer Brüder und Schwestern“.
Zur Förderung von Berufungen sagte der Papst: „Wenn ihr also spürt, dass Christus euch ruft, ihm auf einem Weg besonderer Weihe zu folgen – als Priester, Ordensschwestern oder Ordensbrüder –, dann habt keine Angst, in seine Fußstapfen zu treten. Wie er selbst versprochen hat, möchte auch ich euch heute versichern, dass ihr ‚das Hundertfache und […] das ewige Leben‘ (Mt 19,29) erhalten werdet.“
Zum Thema Familienleben und Ehe sagte Leo: „Viele von euch werden sich darauf vorbereiten, das Sakrament der Ehe zu empfangen. Ehepartner und Eltern zu sein ist eine spannende Aufgabe – ein Bund, der Tag für Tag gelebt werden muss. Innerhalb dieses Bundes werdet ihr einander immer wieder neu entdecken, während ihr mit Gott zusammenarbeitet, um das Wunder des Lebens zu vollbringen und Glück für euch selbst und für eure Kinder zu schaffen.“
Er forderte die Paare auf, die Ehe anzunehmen „als einen Weg der wahren Liebe, die in Freiheit wächst; als einen Weg der Hoffnung, geboren aus dem Wissen, dass Gott euch niemals verlassen wird; und als einen Weg der Heiligkeit, auf dem ihr stets das Wohl und das Glück der anderen sucht.“
Der Papst dankte auch Victor Antonio – so lautet der Name im offiziellen Text für den jungen Zeugen, dessen Zeugnis sich auf die Notwendigkeit konzentrierte, das Leben zu schützen und für die Schwachen zu sorgen – und sagte: „Ich danke Victor Antonio von ganzem Herzen dafür, dass er seine Geschichte mit solcher Aufrichtigkeit und Mut geteilt hat.“
Leo fügte hinzu: „Sein Zeugnis mag uns beunruhigen, aber es entmutigt uns nicht. Vielmehr lädt es uns ein, eine bessere Welt zu schaffen – eine Welt, die auf dem Respekt vor dem entstehenden Leben und auf einem Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Schwächsten unter uns gründet.“
Er fuhr fort: „Victor Antonio hat uns daran erinnert, dass die Annahme des Lebens Liebe, Engagement und Fürsorge erfordert. Diese Worte, die von einem jungen Menschen gesprochen wurden, sollten uns dazu veranlassen, ernsthaft darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, die Familie und die in ihr vermittelten Werte zu schützen und zu bewahren.“
Leo fasste seine Botschaft als Aufruf zur christlichen Liebe zusammen: „Lassen wir uns von der Schönheit der Liebe inspirieren; lassen wir uns zu Zeugen der Liebe werden, die Jesus uns geschenkt und gelehrt hat! Zeigen wir jeden Tag, dass es schön ist zu lieben – dass die größten Freuden in jeder Situation daraus entstehen, dass wir geben können und uns selbst hingeben, besonders wenn wir uns den Bedürftigsten zuwenden.“
Er schloss mit einer Verbindung zwischen der im eigenen Zuhause gelebten Nächstenliebe und der Umgestaltung der Gesellschaft selbst: „Das Licht der Nächstenliebe, das in unseren Häusern genährt und im Glauben gelebt wird, kann die Welt wirklich verwandeln – sogar ihre Strukturen und Institutionen –, sodass jeder Mensch geachtet und niemand vergessen wird.“
„Lasst uns dies gemeinsam zu einem festen Vorsatz, zu einer freudigen Verpflichtung machen“, sagte er, „damit der gekreuzigte und auferstandene Christus – das Licht Äquatorialguineas, Afrikas und der ganzen Welt – uns alle in eine Zukunft voller Hoffnung führen möge.“
Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Stampa, der italienischen Partneragentur von CNA Deutsch.