40.000 Menschen nehmen an Marsch für das Leben in Warschau teil

40.000 Menschen nehmen an Marsch für das Leben in Warschau teil

Rund 40.000 Menschen nahmen am vergangenen Sonntag in Warschau am Marsch für das Leben teil. Mit ihrem Zug durch die polnische Hauptstadt protestierten sie gegen die von Premierminister Donald Tusk geplante Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes.

„Tausende Menschen im Herzen Warschaus zeigen, wie wichtig das Leben und die Familie für Polen sind. Deshalb kann der polnische Präsident heute nicht fehlen. Ich danke den Organisatoren und den wunderbaren polnischen Familien“, sagte Staatspräsident Karol Nawrocki laut kath.net.

Unter dem Motto „Glaube und Treue 966–2026” bezog sich der Marsch auf den am 14. April begangenen 1060. Jahrestag der Gründung des polnischen Staates. Veranstaltet wurde der Marsch von verschiedenen Pro-Life-Organisationen aus ganz Polen. Die Schirmherrschaft übernahm erneut die polnische Bischofskonferenz.

„Die Heiligkeit des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ist der primäre unveräußerliche Wert“, betonte Weihbischof Piotr Jarecki in seiner Predigt bei einer Messe vor dem Marsch. Nach dem Gottesdienst lud er die Gläubigen zur geistigen Adoption eines ungeborenen Kindes ein.

Ab 13 Uhr setzte sich der Zug vom Schlossplatz durch die Warschauer Innenstadt in Bewegung. Auch in Stettin und weiteren polnischen Städten fanden am selben Tag Märsche für das Leben statt.

Hintergrund des Marsches ist der politische Streit um das polnische Abtreibungsgesetz. Seit einem Urteil des Verfassungsgerichts von 2020 sind Abtreibungen nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder die Schwangerschaft durch Vergewaltigung oder Inzest zustande gekommen ist.

Im Sommer 2024 scheiterte Tusks Versuch, dieses Gesetz zu lockern, im polnischen Parlament knapp mit 215 zu 218 Stimmen. Karol Nawrocki, seit 2025 Staatspräsident, hat bereits angekündigt, jeden weiteren Liberalisierungsversuch durch sein Vetorecht zu blockieren.

Nach kirchlicher Lehre steht menschliches Leben von der Empfängnis an unter dem besonderen Schutz Gottes. Papst Johannes Paul II. erklärte in der Enzyklika Evangelium vitae (1995): „Mit der Petrus und seinen Nachfolgern von Christus verliehenen Autorität bestätige ich daher in Gemeinschaft mit den Bischöfen der katholischen Kirche, daß die direkte und freiwillige Tötung eines unschuldigen Menschen immer ein schweres sittliches Vergehen ist.“

Seit dem ersten Marsch für das Leben in Warschau im Jahr 2006 findet die Veranstaltung jährlich statt. Gemessen an der Teilnehmerzahl gehört der Warschauer Marsch zu den größten Pro-Life-Veranstaltungen in Europa.

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