Kirchenhistoriker sieht Trend: Vor allem junge Männer kehren in Schweden zur Kirche zurück

Kirchenhistoriker sieht Trend: Vor allem junge Männer kehren in Schweden zur Kirche zurück

Schwedens drei größte katholische Pfarreien haben dem öffentlich-rechtlichen Sender P3 Nyheter bestätigt, dass sie wachsenden Zulauf junger Menschen verzeichneten, vor allem junger Männer.

Joel Halldorf, der Kirchengeschichte an der Enskilda Högskolan Stockholm lehrt, kommentierte diesen Trend am letzten Dienstag gegenüber dem Sender mit den Worten: „Religion im Westen wurde 200 Jahre lang als weiblich kodiert wahrgenommen und war von Frauen dominiert. Was man jetzt an manchen Stellen sieht, ist ein wachsendes männliches Interesse.“

Als Beispiel wurde der 25-jährigen André Heijel angeführt, der sich auf seine Aufnahme in die Kirche vorbereitete. „Mein ganzes Leben habe ich nach dem Sinn des Lebens und meinem Platz in der Welt gesucht. Und dann dachte ich: Ich kann die Bibel ausprobieren“, sagte er dem Sender. Göteborgs Pfarrei sprach von einem „enormen Zustrom“.

Bereits im Februar 2025 hatte Kardinal Anders Arborelius OCD, der Bischof von Stockholm, das Phänomen gegenüber dem Portal Aleteia beschrieben: „In der Gesellschaft herrscht eine gewisse Müdigkeit, die auf eine weit fortgeschrittene Säkularisierung zurückzuführen ist, welche zu einem Mangel an Orientierungspunkten führt. Es ist auch klar, dass als Reaktion ein spirituelles Bedürfnis entsteht, vor allem bei jungen Männern.“

Halldorf analysierte Anfang des Jahres im Comment Magazine den Wandel als Symptom des Scheiterns des Aufklärungsprojekts als Ersatzreligion der Moderne. Das SOM-Institut hatte im März 2025 festgestellt, dass sich der Anteil junger Schweden zwischen 15 und 24 Jahren, die im Vorjahr einen Gottesdienst besucht hatten, zwischen 2020 und 2024 von 17 auf 34 Prozent verdoppelt hatte.

Gleichzeitig stieg der Anteil junger Schweden, die an Gott glauben, von 20 auf 34 Prozent. Das war der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2010. Dabei zeigt sich der Trend laut Magnus Hagevi von der Linnaeus-Universität bei Schweden mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen.

Halldorf warnte jedoch davor, die neue Religiosität ausschließlich als Rückkehr zum Christentum zu deuten. „Wir haben die Religion nie verlassen. Stattdessen haben wir neue Götter gefunden“, schrieb er im Comment Magazine. Neben Kirchen erlebten auch nationalistisch geprägte Strömungen, New-Age-Spiritualität und neopaganische Bewegungen einen Aufschwung.

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