Hilfswerk Renovabis eröffnet Pfingstaktion für Menschen im Osten Europas

Hilfswerk Renovabis eröffnet Pfingstaktion für Menschen im Osten Europas

Das kirchliche Hilfswerk Renovabis hat am Sonntag mit Bischof Bertram Meier in Augsburg die Pfingstaktion eröffnet. Am Pfingstsonntag geht die Kollekte aller Gottesdienste an das für die Menschen im Osten Europas zuständige Hilfswerk, das seit 1993 besteht.

„Wo Menschen in Krisen Mitmenschlichkeit erfahren, wächst Vertrauen und Zusammenhalt“, betonte Meier in seiner Predigt. „Ganz anschaulich sehen wir dies in dem Netz hier, das mit seinen Knotenpunkten symbolisch auf unzählige, ganz individuelle Lebensgeschichten, auf Begegnungen in Augenhöhe und gelingende Partnerschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten verweist.“

Gleichzeitig mahnte er: „Gerade weil die Netz-Metapher durch das ‚World Wide Web‘ in die globale Menschheitsgeschichte eingeschrieben wurde und heute immer deutlicher auch die zerstörerischen Seiten der Vernetzung, nämlich die Verstrickung in Schuld und Verbrechen zu Tage tritt, ist es so wichtig, dass wir in der Nachfolge Jesu zu ‚Menschenfischern‘ werden, die Orientierung, Halt und Zukunft geben.“

„Als Christinnen und Christen wollen wir zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen“, erklärte der Bischof. „Deshalb setzen wir uns aktiv dafür ein, dass alle und jeder Einzelne für sich, ganz unabhängig von Nationalität, Bildungsgrad und sozialem Status, Hautfarbe, Geschlecht und Alter wachsen und sich entwickeln kann.“

Meier fuhr fort: „Hilfe zur Selbsthilfe setzt Fähigkeiten frei, stärkt das Selbstbewusstsein und macht weniger anfällig für populistische Ideologien, die im Zusammenhang mit der rasanten Säkularisierung Europas immer mehr Raum gewinnen und ihrerseits auf ‚Menschenfang‘ aus sind. Die Situation ist ernst, lassen wir uns daher nicht auseinanderdividieren, sondern setzen wir den Vereinfachern und Einflüsterern unserer Tage die Botschaft Jesu von der alle umfassenden Nächstenliebe entgegen.“

Anders als in Westeuropa gebe es für Christen im Osten des Kontinents „oft politische und gesellschaftliche Repression; hinsichtlich ihres Arbeitsplatzes und der Gesundheitsversorgung sind sie schlechter gestellt oder auch akut gefährdet von sozialen Unruhen, Bürgerkrieg bzw. wie im Fall der Ukraine einem jahrelangen Abnutzungskrieg“.

„Lassen wir also unsere Schwestern und Brüder im Glauben nicht im Stich“, forderte Meier, sondern „leben wir praktische Solidarität und unterstützen wir alle, die selbstlos und nicht selten unter Einsatz ihres Lebens für das kirchliche Hilfswerk Renovabis tätig sind, ‚damit Europa‘ – und unsere Welt – als ganze ‚menschlich bleibt‘“.

Pfarrer Thomas Schwartz, der Hauptgeschäftsführer von Renovabis, verwies auf eine „besorgniserregende Entwicklung“ in vielen Partnerländern des Hilfswerks, wo „Polarisierung, Chancenungleichheit und Populismus“ das „Vertrauen in demokratische Institutionen“ beschädigten. Demgegenüber hielt er fest: „Vertrauen, Gemeinschaft und Zukunft können nur aus einem achtsamen und respektvollen Miteinander heraus entstehen. Dafür müssen wir uns täglich einsetzen.“

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