„Ein ausgezeichneter Zuhörer“: Wiener Erzbischof Grünwidl besucht Papst Leo

„Ein ausgezeichneter Zuhörer“: Wiener Erzbischof Grünwidl besucht Papst Leo

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, seit Januar im Amt, ist am Montag erstmals von Papst Leo XIV. zu einer Audienz empfangen worden. Die Begegnung habe etwa eine halbe Stunde gedauert, meldete das Erzbistum Wien.

Im Nachgang erklärte Grünwidl: „Es war ein sehr gutes Gespräch. Papst Leo ist, wie ja schon viele vor mir bemerkt haben, ein ausgezeichneter Zuhörer.“ Details aus dem Gespräch wurden nicht bekannt.

Bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz (ÖBK) im März hatte Grünwidl in einer Predigt von „Aufbruch und Veränderungen“ in der Kirche gesprochen. Er zeigte sich fest überzeugt: „Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten.“ Dies gelte auch für die Rolle der Frau in der Kirche.

Grünwidl war laut ORF ein „Mitglied der kritischen ‚Pfarrerinitiative‘“, die sich in einem „Aufruf zum Ungehorsam“ ausdrücklich „für die Zulassung von Frauen und Verheirateten zum Priesteramt“ aussprach. Auch die Zeitung „Der Standard“ schrieb: „Grünwidl war früher Mitglied der kritischen ‚Pfarrerinitiative‘ und ist offen für Reformen.“ Auf der offiziellen Mitgliederliste der Initiative wurde Grünwidl zuletzt nicht geführt, aber für eine Fernsehsendung noch im Jahr 2023 als deren „Unterstützer“ vorgestellt.

Zu Beginn seiner Zeit als Apostolischer Administrator der Erzdiözese Wien im Januar 2025 hatte sich Grünwidl zu seiner einstigen Mitgliedschaft bei der „Pfarrer-Initiative“ geäußert. Er sei dort ausgetreten, so Kathpress, „weil er zum einen den Eindruck hatte, dass Papst Franziskus diese Initiative mit seinen Vorschlägen und Ideen ‚sowieso rechts überholt‘ habe. Zum anderen habe für ihn das von der Pfarrerinitiative auf ihre Fahnen geheftete Stichwort Ungehorsam nicht mehr gepasst. Ihm sei ‚kritischer Gehorsam‘ wichtig, ‚ein offenes gegen den Bischof kann ich mir in der Kirche nicht vorstellen‘.“

Der neue Erzbischof von Wien zeige sich „offen für Reformen“, so der ORF im Oktober 2025. „Er betonte erst kürzlich, der Zölibat sei für ihn persönlich eine bewusst gewählte Lebensform, aber ‚keine Glaubensfrage‘ und sollte daher für Priester nicht zwingend vorausgesetzt werden.“

„Beim Thema Frauen in der Kirche ortete er ‚dringenden Klärungsbedarf‘“, hieß es damals weiter. „Das Frauendiakonat sollte weiter diskutiert werden, auch eine Aufnahme von Frauen ins Kardinalskollegium wäre für Grünwidl denkbar. Als Administrator nahm er drei Frauen ins diözesane Leitungsteam auf.“

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