Vatikanbank steigert ihren Gewinn 2025 um mehr als 50 Prozent gegenüber Vorjahr
Das Institut für die religiösen Werke (IOR), besser bekannt als „Vatikanbank“, schloss das Jahr 2025 mit einem Nettogewinn von 51 Millionen Euro ab, was einem Anstieg von 55,5 Prozent gegenüber den 32,8 Millionen Euro des Vorjahres entspricht. Das 1942 von Pius XII. gegründete Institut mit etwas mehr als hundert Mitarbeitern festigt damit einen Trend zu nachhaltigem Wachstum.
Das Ergebnis ist laut dem am Montag veröffentlichten Jahresabschlussbericht vor allem auf die Verbesserung der operativen Leistung zurückzuführen, vor dem Hintergrund günstiger Marktbedingungen und einer aktiven und disziplinierten Verwaltung der Portfolios.
Die Bruttoerträge beliefen sich auf 66,3 Millionen Euro gegenüber 51,5 Millionen im Jahr 2024, während die Zinsmarge auf 32,3 Millionen Euro anstieg. Die Provisionsmarge blieb hingegen stabil bei rund 26 Millionen.
Die Stärkung der Ergebnisse ermöglichte die Festsetzung einer Dividende in Höhe von 24,3 Millionen Euro zur Verfügung des Papstes, was einem Anstieg von 76,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und im Einklang mit dem Auftrag des Instituts steht, religiöse und karitative Werke zu unterstützen.
Kapitalstärke und Vermögenswachstum
Einer der herausragendsten Werte ist die Kernkapitalquote, ein wichtiger Finanzindikator, der die finanzielle Solidität und die Fähigkeit einer Bank misst, Verluste zu absorbieren, ohne den Geschäftsbetrieb einzustellen.
Der Bericht unterstreicht die solide Lage der Vatikanbank mit einer Kernkapitalquote von 71,9 Prozent, was auf eine außerordentliche Solvenz hindeutet. Das bedeutet, dass die Bank 71,9 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva (Kredite, Anlagen) mit ihrem Kernkapital höchster Qualität (Stammaktien, Rücklagen, Gewinnrücklagen) abdeckt, was das Institut in Bezug auf Kapitalausstattung und Liquidität zu einem der solidesten der Welt macht.
Andererseits belief sich das Gesamtvolumen der vom IOR verwalteten Kundenvermögen – darunter Einlagen, Girokonten, verwaltete Vermögenswerte und verwahrte Wertpapiere – laut den Ergebnissen des vergangenen Geschäftsjahres zum Jahresende auf 5,9 Milliarden Euro, 200 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Das Nettovermögen des Instituts stieg auf 815,3 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 83,4 Millionen Euro entspricht, während das Gesamtergebnis 97,2 Millionen Euro erreichte, was einem Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Anlagen im Einklang mit der Soziallehre der Kirche
Das IOR betont, dass seine gesamte Finanztätigkeit in vollem Einklang mit den Grundsätzen der Soziallehre der Kirche steht. Alle Vermögensverwaltungsstrategien verzeichneten im Jahr 2025 positive Renditen, im Rahmen eines Anlageansatzes, der ausschließlich Optionen fördert, die mit dem katholischen Glauben vereinbar sind.
In diesem Zusammenhang hat das Institut sein Angebot ausgebaut, indem es eigene Kompetenzen mit der Zusammenarbeit von mehr als elf internationalen Vermögensverwaltern kombinierte. Darüber hinaus führte es im Februar 2026 gemeinsam mit Morningstar zwei neue Aktienindizes ein, die als Referenz für katholische Investitionen auf globaler Ebene konzipiert sind.
In diesem Zusammenhang hat das Institut sein Angebot ausgebaut, indem es eigene Kompetenzen mit der Zusammenarbeit von mehr als elf internationalen Vermögensverwaltern kombinierte. Darüber hinaus führte es im Februar 2026 gemeinsam mit Morningstar zwei neue Aktienindizes ein, die als Referenz für katholische Investitionen auf globaler Ebene konzipiert sind.
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk und Wechsel an der Spitze
Der Jahresabschluss des IOR, in dem die Kontoführung auf katholische Institutionen, Geistliche, dem Vatikan unterstellte Personen sowie bei dem Heiligen Stuhl akkreditierte Botschaften und Botschafter beschränkt ist, erhielt von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk und wurde am 28. April 2026 vom Aufsichtsrat und der Kardinalskommission genehmigt.
Das Geschäftsjahr fällt zudem mit dem Wechsel an der Spitze des Instituts zusammen: Jean-Baptiste de Franssu beendete nach der Genehmigung der Bilanzen sein Mandat und wurde von François Pauly abgelöst.
Mit 115 Mitarbeitern und rund 12.000 Kunden in mehr als 110 Ländern – alle mit Verbindungen zur Kirche – bekräftigt das IOR seine Rolle als Finanzinstrument im Dienste der kirchlichen Mission, und zwar nach einem Modell, das umsichtiges Wachstum, Sicherheit und Kundenorientierung vereint.
Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.
