Bischof Gerber: Auch schwerstkranke Kinder sind „lebenswertes Leben“
Der Bischof von Fulda, Michael Gerber, hat schwerstkranke Kinder als „lebenswertes Leben“ bezeichnet. Das Engagement für deren Familien gehöre zum Lebensschutz, sagte der Bischof von Fulda in einem Interview mit dem katholischen Fernsehsender K-TV am Rande des Katholikentags in Würzburg.
„Ich bin selber auch in einem Netzwerk eingebunden, wo wir Familien begleiten mit schwerstkranken Kindern, um damit aber auch der Gesellschaft und Familien eine Perspektive aufzuzeigen, dass das kranke Kind, oft von Geburt an krank, ein lebenswertes Leben ist. Es geht natürlich auch um das Thema Lebensschutz dann noch mal auf einer anderen Ebene“, sagte Gerber.
Den Namen des Netzwerks nannte Gerber im Interview nicht. Er verband das Engagement mit der Frage, wie die Kirche Menschen in existenziellen Krisen begleiten könne, und mit eigenen Erfahrungen aus dem Klinikum Fulda.
Anlass des Gesprächs war Gerbers Rückkehr in den vollen Dienst nach einer Krebserkrankung. Ende Juni 2025 hatten Ärzte bei dem damals 55-Jährigen einen Tumor festgestellt. Bei einer Operation am 2. Juli 2025 wurde dieser vollständig entfernt. Es folgten drei Zyklen Chemotherapie und eine Rehabilitation.
„Im Moment ist der Befund, dass der Krebs tatsächlich geheilt ist“, sagte Gerber. Seit Weihnachten 2025 sei er schrittweise in den Bischofsdienst zurückgekehrt und spüre wieder „körperliche Fitness“.
Den OP-Termin am 2. Juli, dem Fest Mariä Heimsuchung, deutete Gerber als geistliches Zeichen: „Das war für mich kein Zufall, sondern für mich auch eine Botschaft vom lieben Gott.“ In der Begegnung von Maria und Elisabeth erkenne er ein Grundmuster der frühen Kirche, das auch in der Gegenwart trage. „Wo pflegen wir Beziehungen von Herz zu Herz?“, fragte der Bischof.
Im Klinikum Fulda habe er eine „sehr gut aufgestellte“ Krankenhausseelsorge erlebt. Die Seelsorger seien dort in einer „sehr wertschätzenden, liebevollen“ Begleitung unterwegs gewesen. Aus dieser Erfahrung leitete Gerber eine grundsätzliche Forderung an die Pastoral ab: „Wir müssen hier insgesamt stärker einen Fokus setzen: Wie begleiten wir Menschen in Krisen?“
