Wiener Erzbischof Grünwidl will Berichten zufolge Wiener Dompfarrer Faber ablösen

Wiener Erzbischof Grünwidl will Berichten zufolge Wiener Dompfarrer Faber ablösen

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl will Dompfarrer Toni Faber nach rund 30 Jahren im Amt als Leiter der Dompfarre St. Stephan ablösen, wie „Die Presse“ berichtete. Faber selbst signalisierte nun, dass er sich das entgegen seiner ursprünglichen Haltung inzwischen vorstellen könne.

Im Interview mit der Tiroler Tageszeitung vom 5. April erklärte Grünwidl, Faber habe beim Zölibat „eine Lösung gefunden, mit der ich mich schwertue. Wir sind im Gespräch, um eine Lösung zu finden.“ Einen ausdrücklichen Verstoß gegen den Zölibat nannte Grünwidl dabei nicht. CNA Deutsch hatte im April über das Interview berichtet.

Faber erscheint regelmäßig mit einer Frau bei gesellschaftlichen Anlässen in Wien. Auf Anfragen hatte er erklärt: „Ich tituliere keine Frau als meine Lebensgefährtin, sondern ich bin sehr froh, dass ich Natalie bei offiziellen Anlässen an meiner Seite habe.“

Genau diese Situation ist es wohl, auf die Grünwidl mit dem Begriff einer beim Zölibat gefundenen „Lösung“ anspielt, ohne einen ausdrücklichen Regelverstoß zu benennen.

Grünwidl würdigte Fabers priesterliche Arbeit ausdrücklich. „Ich schätze Toni Faber sehr, wir sind gemeinsam zum Priester geweiht worden. Er ist sehr fleißig, ständig unterwegs und mit vielen Menschen im Gespräch. Er tauft, feiert Hochzeiten und begleitet Menschen in Krankheiten und bei Todesfällen“, sagte er.

Zugleich formulierte er eine theologische Grundsatzfrage: „Meine Frage lautet, ob zölibatäres Leben immer eine Voraussetzung sein muss, um Priester sein zu können.“ Dennoch bekannte sich Grünwidl zur eigenen Lebensform klar. „Ich bin davon überzeugt, dass der Zölibat eine tolle Lebensform ist. Ich lebe selbst seit fast 40 Jahren so.“

Der Pflichtzölibat der lateinischen Kirche gründet in der Nachfolge Christi, der selbst unverheiratet lebte. Er ermöglicht dem Priester, seiner Gemeinde ungeteilt zur Verfügung zu stehen.

Als eschatologisches Zeichen verweist er darauf, dass in der vollendeten Gottesgemeinschaft nicht geheiratet wird (vgl. Mt 22,30). Paul VI. beschrieb den Zölibat in Sacerdotalis caelibatus (1967) als Ausdruck der „vollkommenen und großzügigen Hingabe an das Geheimnis Christi“. Verheiratete Priester in den katholischen Ostkirchen und bei Konvertiten stellen eine historisch begründete Ausnahme dar.

Faber selbst hatte sich lange gegen eine Ablöse gesperrt. Am Dienstag signalisierte er in österreichischen Medien erstmals Bereitschaft zum Abgang. „30 Jahre können genug sein auf einem Posten“, sagte er dem Wiener Nachrichtenportal Heute. „Ich bin in guten Gesprächen mit dem Erzbischof, habe ihm meine Wünsche mitgeteilt.“

Dem Standard gegenüber erklärte er, er hoffe, nach einem möglichen Abschied als Dompfarrer als einfacher Priester weiter in St. Stephan tätig sein zu können, also mit Messen, Taufen und ähnlichen seelsorgerischen Aufgaben. Faber wird im nächsten März 65 Jahre alt und würde damit das reguläre Pensionsalter für Kleriker erreichen.

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