Laizisten und Freimaurer lancieren Boykottkampagne gegen Papstbesuch in Barcelona

Laizisten und Freimaurer lancieren Boykottkampagne gegen Papstbesuch in Barcelona

Kurz vor dem Spanienbesuch von Papst Leo XIV. hat eine Vereinigung laizistischer Organisationen – darunter auch Freimaurer – eine Boykottkampagne unter dem Slogan „Ich erwarte dich nicht“ ins Leben gerufen. An der Spitze dieser Kampagne steht Joan Francesc Pont Clemente, ein Freimaurer höchsten Grades.

Im Manifest der Initiative beklagten die Organisatoren, der Besuch religiösen Charakters werde von den Institutionen „wie ein Staatsbesuch behandelt, mit dem damit verbundenen Einsatz öffentlicher Mittel“.

Weiterhin vertritt die Initiative die Auffassung, dass dies „die institutionelle Neutralität schwächt und eine privilegierte Behandlung aufrechterhält, die dem verfassungsmäßig anerkannten Grundsatz der Konfessionslosigkeit widerspricht“.

Konkret forderten die Vertreter der Kampagne den Verzicht auf öffentliche Gelder für päpstliche Veranstaltungen, den Ausschluss institutioneller Vertreter von Liturgien sowie die Abschaffung der Konkordate zwischen Spanien und dem Heiligen Stuhl.

Pont Clemente ist Professor für Finanz- und Steuerrecht an der Universität Barcelona. Als Freimaurer des höchsten Grades amtierte er von 2010 bis 2017 als Stellvertreter der höchsten Institution der englischen Freimaurerei in Spanien. Seit rund vier Jahrzehnten gehört er einer Freimaurerloge an.

Getragen wird die Kampagne von der Stiftung „Fundació Francesc Ferrer i Guàrdia“, die Pont Clemente leitet. Dem Vorstand der Stiftung gehört auch Vicenç Molina Ferer an, Professor für Unternehmensethik an der Universität Barcelona und ebenfalls Freimaurer.

Unter den Vorstandsmitgliedern befindet sich zudem Santiago Castellà, der Sekretär der Sozialistischen Partei Kataloniens (PSC) in Tarragona und Präsident des Hafens von Tarragona. Weitere Unterstützer sind Gewerkschaften und linksgerichtete Gruppen wie „Comunistes de Catalunya“ („Kommunisten von Katalonien“).

Für den 9. Juni riefen die Organisatoren zu einer Kundgebung am „Paseo del Born“, einer bekannten Straße im Zentrum Barcelonas, auf. Beginn ist um 19 Uhr. Den Zeitpunkt wählten sie bewusst: Eine Stunde zuvor wird Papst Leo XIV. sein Programm in Barcelona im Olympiastadion mit einer Gebetsvigil eröffnen.

Papst Leo XIV. besucht Spanien vom 6. bis 12. Juni 2026 mit Stationen in Madrid, Barcelona und auf den Kanarischen Inseln. In Barcelona ist neben der Gebetsvigil auch die Einweihung des Jesusturms der Sagrada Família geplant.

Seit dem 18. Jahrhundert verurteilt die katholische Kirche die Freimaurerei. Bereits Papst Clemens XII. untersagte 1738 in der Bulle In eminenti apostolatus specula katholischen Gläubigen die Mitgliedschaft in Freimaurerlogen. In den folgenden Jahrhunderten bekräftigten zahlreiche Päpste diese Verurteilung.

EWTN überträgt alle öffentlichen Programmpunkte der Spanien-Reise von Papst Leo XIV. live im Fernsehen sowie online im Stream. Die Programmpunkte mit genauen Uhrzeiten sowie die entsprechenden Links für den Stream finden Sie HIER.

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