Satzung beschlossen: Synodaler Weg wird durch Synodalkonferenz verstetigt

Satzung beschlossen: Synodaler Weg wird durch Synodalkonferenz verstetigt

Der Synodale Weg in Deutschland wird verstetigt: Die Satzung des seit mehreren Jahren geplanten Synodalen Rats – der nun offiziell Synodalkonferenz heißt – wurde von den Mitgliedern des Synodalen Ausschusses am Samstag beschlossen.

Laut Satzung ist diese Synodalkonferenz ein „synodales Gremium, in dem Bischöfe und weitere Gläubige gemäß ihrer gemeinsamen Taufwürde und je eigenen Berufung gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen, um so dem Sendungsauftrag der Kirche gerecht zu werden“.

Trotz dieses gemeinsamen Beratens und Fassens von Beschlüssen – das Wort „Entscheiden“ fällt an dieser Stelle nicht – achte die Synodalkonferenz „die verfassungsgemäße Ordnung der Kirche und wahrt die Rechte der Diözesanbischöfe und der Deutschen Bischofskonferenz sowie der diözesanen Verfahren und Gremien“, betont die Satzung.

In der Präambel aber heißt es: „Die Synodalkonferenz nimmt ihre Arbeit in Fortführung der Anliegen des Synodalen Weges und auf der Grundlage des Abschlussdokuments der Bischofssynode zur Synodalität auf. Sie führt in synodalen Beratungen durch geistliche Unterscheidung zu gemeinsamen Entscheidungen.“ Mit „Bischofssynode zur Synodalität“ meint die Satzung die sogenannte Weltsynode, an der auf Betreiben von Papst Franziskus erstmals auch zahlreiche Nicht-Bischöfe als vollwertige Mitglieder teilnahmen.

Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), betonte, es sei ein zentraler Punkt, „dass Bischöfe und Laien in dieser Synodalkonferenz künftig gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen“. Das sei „eine neue Qualität von Gemeinsinn, in einer Zeit voller Herausforderungen. Ich bin sicher, dass diese Neuerung vor allem deshalb zustande kommen konnte, weil das Vertrauen zueinander in mehr als fünf Jahren auf dem Synodalen Weg gewachsen ist.“

Die Synodalkonferenz werde „in gemeinsamer Trägerschaft der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) eingerichtet“. Dies könnte für Schwierigkeiten sorgen, denn drei amtierende Diözesanbischöfe – Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln sowie die Bischöfe Stefan Oster SDB von Passau und Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg – sind bereits seit längerer Zeit aus dem Synodalen Weg ausgestiegen, nachdem die zuständigen vatikanischen Stellen mehrere deutliche Ermahnungen ausgesprochen hatten. Damit war auch der Synodale Ausschuss nicht von der DBK getragen, sondern von einem eigens von den 23 anderen Diözesen eingerichteten Verein.

Die Satzung der Synodalkonferenz soll derweil im Vatikan „dem zuständigen Dikasterium zur Erteilung einer Recognitio ad experimentum vorgelegt“ werden. Wird eine solche erteilt, würden sich womöglich auch Woelki, Oster und Voderholzer wieder an dem Prozess beteiligen. Der einstige Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke OSB, war ebenfalls aus dem Synodalen Weg ausgestiegen, ist jedoch inzwischen zurückgetreten. Bis heute hat das Bistum Eichstätt noch keinen neuen Bischof.

Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), erklärte mit Blick auf diese Bischöfe: „Es ist mein Wunsch, dass am Ende auch alle mitwirken wollen und können. Um es ehrlich zu sagen: Wir haben aus den Erfahrungen des Synodalen Weges gelernt, da gab es auch Verletzungen und die kritische Frage, ob Minderheiten ernstgenommen wurden. Die jetzigen Erfahrungen im Ausschuss haben zu einem anderen Miteinander geführt und Wege ermöglicht, Fragen gemeinsam zu klären. Wir können uns einander zumuten in der unterschiedlichen Verantwortlichkeit. Aber wir wissen, im Ziel gehen wir zusammen. Das ist etwas, das prägt, das macht es konstruktiv.“

Stichwort „Minderheiten“: Bischof Oster hatte noch in diesem Monat in einem umfassenden Aufsatz zu einem Papier über die „Vielfalt sexueller Identitäten in der Schule“ klargestellt: „Wenn auch auf dem Umschlag der Broschüre steht: ‚Die deutschen Bischöfe‘, dann spricht der Text trotzdem nicht in meinem Namen.“ In das Papier waren seine grundsätzlichen Anmerkungen zur kirchlichen Lehre nicht aufgenommen worden. So konnte Oster in seinem Aufsatz beispielsweise konstatieren: „Auf die Idee freilich, dass die Botschaft des Glaubens in ihrer existenziellen Tiefe wirklich ein lebensveränderndes Heilsangebot sein kann, kommt in diesem Text niemand mehr.“

Zur Verbindlichkeit der Entscheidungen der Synodalkonferenz hält die Satzung fest: „Die Adressaten der Beschlüsse der Synodalkonferenz sind nach eigenem Ermessen nach ihren eigenen Verfahren und nach Maßgabe ihrer eigenen Gremien für die Umsetzung der Beschlüsse verantwortlich.“ Die Ablehnung eines Beschlusses der Synodalkonferenz sei „unter Wahrung des Daten- und Persönlichkeitsschutzes dem Präsidium der Synodalkonferenz begründet“ darzulegen. „Teil der Rechenschaftslegung ist die Darstellung des Partizipationsprozesses.“

Laut Satzung soll die Synodalkonferenz auch auf andere Gremien deutlichen Einfluss nehmen. So gelte: „Die Synodalkonferenz schlägt fachlich geeignete Personen vor, die in den Bischöflichen Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz, im Verbandsrat des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) sowie in den Sachbereichen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) auf geeignete Weise entscheidungserheblich mitwirken.“

Mitglieder der Synodalkonferenz – die Satzung spricht von einem „Recht auf Mitgliedschaft“ – haben die 27 deutschen Diözesanbischöfe, „ebenso viele vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gewählte Gläubige, die Mitglieder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sind“, sowie „ebenso viele weitere Gläubige“.

„Ständige Gäste der Synodalkonferenz sind der Apostolische Nuntius in Deutschland und der Apostolische Exarch für katholische Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien“, so die Satzung außerdem. Gleiches gelte für die Generalsekretäre von DBK und ZdK sowie für den Leiter des Katholischen Büros in Berlin. „Weitere Gäste insbesondere aus der Ökumene und der Weltkirche können eingeladen werden.“

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