Synodensekretärin Becquart: Widerstand gegen Synodalität aus „Angst und mangelndem Wissen“

Synodensekretärin Becquart: Widerstand gegen Synodalität aus „Angst und mangelndem Wissen“

Widerstand gegen die Synodalität entspringt nach den Worten der Theologin Nathalie Becquart vor allem „Angst und mangelndem Wissen“. Deshalb betonte sie, dass die Kirche laut Papst Leo XIV. „kein einheitliches Modell suche“, sondern Vielfalt verantwortet leben müsse.

Becquart, eine der einflussreichsten Frauen im Vatikan und verantwortlich für die praktische Umsetzung der Synodalität, berichtete im Interview mit katholisch.de zunächst von unterschiedlichen Reaktionen innerhalb der Weltkirche.

Sie verwies darauf, dass Papst Leo XIV. die Frage des Widerstands direkt angesprochen habe, „insbesondere die Sorge mancher, dies sei ein Versuch, die Autorität der Bischöfe zu schwächen“. Der Papst habe besonders die Priester eingeladen, „ihre Herzen zu öffnen und an diesen Prozessen teilzunehmen“.

Auf die Frage nach kulturellen Unterschieden erläuterte Becquart, dass Synodalität immer vom lokalen Kontext ausgehe. Sie zitierte den Papst mit dem Hinweis, dass man „kein ein einziges Modell kirchlichen Lebens aufzwingen dürfe“.

Zugleich unterstrich sie, dass die jeweilige Realität vor Ort zu respektieren sei und es „viele Weisen, Kirche zu sein“, gebe. Die Theologin erklärte, dass die Betonung der Ortskirchen mit einem gestärkten Dialog zwischen Kirchenprovinzen, Bischofskonferenzen und Kontinenten einhergehen müsse.

Im Blick auf lokale Experimente zur Umsetzung der Synodalität verwies Becquart auf das entsprechende Dokument der Umsetzungsphase. Es betone, dass „konkrete Experimente zu eröffnen“ seien und diese bereits begonnen hätten.

„Dies kann zum Beispiel bedeuten, das geistliche Gespräch im Pfarrgemeinderat einzuführen, synodale Pfarrversammlungen zu organisieren, eine diözesane Pastoralkonferenz einzurichten, mehr Laien – besonders junge Menschen und Frauen – in Leitungsaufgaben einzubinden, Seminaristen und Priester in synodalem Führungsstil auszubilden usw.“, betonte die Theologin.

Zur Frage, wie Konflikte vermieden und die Einheit der Kirche gewahrt werden können, verwies Becquart erneut auf den Papst: „Papst Leo XIV. besteht darauf, Ausbildung und Vorbereitung auf allen Ebenen zu priorisieren.“ Vorbereitungsarbeit sei nötig, damit Beteiligte nicht zu vorschnellen oder ungeteilten Schlussfolgerungen kämen.

Die Theologin führte aus, dass viele Ängste von Menschen stammten, „die Synodalität von außen betrachten“. Wenn Betroffene jedoch Gelegenheit hätten, synodale Prozesse real zu erleben, verändere sich ihre Haltung.

„Deshalb müssen wir erlauben, dass Ängste ausgesprochen und anerkannt werden“, sagte sie und forderte Räume für echtes Zuhören, Dialog und gemeinsame Unterscheidung.

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