Jesuiten-Hochschule sagt Buchpräsentation ab, nachdem Autor als „Nazi“ diffamiert wird

Jesuiten-Hochschule sagt Buchpräsentation ab, nachdem Autor als „Nazi“ diffamiert wird

Die von Jesuiten getragene Hochschule für Philosophie München (HFPH) hat eine Buchpräsentation des katholischen Philosophen und „Tagespost“-Redakteurs Sebastian Ostritsch kurzfristig abgesagt. Interne Spannungen, massive Vorwürfe gegen den Referenten sowie der Aufruf radikaler Aktivisten hatten die Situation eskalieren lassen.

Als offizieller Grund wurde schließlich erklärt, dass wegen der „Begleitumstände“ ein „offener, akademischer Dialog nicht mehr möglich“ gewesen sei. Gegenüber CNA Deutsch bestätigte die HFPH mit diesen Worten die Absage des für den 27. November angesetzten Vortrags zu Ostritschs neuem Buch „Serpentinen. Die Gottesbeweise des Thomas von Aquin nach dem Zeitalter der Aufklärung“.

Was genau diese „Begleitumstände“ waren, wurde in der Stellungnahme zunächst nicht näher ausgeführt. Recherchen des Online-Magazins Corrigenda zeigten, dass vor allem linksextreme Aktivisten erheblichen Druck aufgebaut hatten.

Dokumentiert wurde ein Aufruf, der zuvor über soziale Netzwerke verbreitet worden war. In diesem bezeichneten Aktivisten den katholischen Philosophen als „rechtsextremen Fundamentalisten“.

Weiter hieß es in ihrem Mobilisierungsaufruf: „Bitte helft uns, indem ihr zu uns an die Hochschule kommt und Flagge und Gesicht zeigt! Wir schmücken die Hochschule und Aula mit Flaggen und Zitaten Ostritschs und bieten an, über Ostritschs gefährliche politische Agenda zu informieren. Dazu gibt es Glühwein.“

Am Dienstag vor der Absage fand in der Aula der Jesuiten-Hochschule ein moderiertes Gespräch zwischen Hochschulleitung, Professoren, Studentenvertretung, Verwaltung und zahlreichen Studenten statt. Corrigenda berichtete unter Berufung auf einen Teilnehmer, dass nahezu das gesamte jesuitische Professorenkollegium anwesend war, dazu rund 50 Studenten.

Viele Studenten erhoben dort lautstark die bekannten politischen Vorwürfe gegen Ostritsch. Er sei ein „Menschenfeind“, ein „Nazi“ und jemand, der „für rechte Blätter arbeitet“.

Eine Studentin überschritt sogar die Grenze zur verbalen Entgleisung. An die Hochschulleitung gerichtet sagte sie: „Herr Ostritsch wünscht sich wie Charlie Kirk zu sein, wir können Sie aber beruhigen: Erschießen werden wir ihn nicht.“

Auch externe Wissenschaftler wurden auf den Vorfall aufmerksam. So wandte sich der katholische Publizist Riccardo Wagner in einem offenen Brief an den Präsidenten der HFPH.

Er stellte die Grundsatzfrage nach akademischer Freiheit: „Ich frage Sie offen: Welches Signal geben Sie damit Ihren Studierenden? Welches Bild von Kirche, Theologie und Philosophie zeichnen Sie, wenn nicht einmal mehr ein Vortrag über klassische Gottesbeweise möglich ist, weil der Referent öffentlich als ‚Fundamentalist‘ denunziert wird?“

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