Papst Leo feiert einzige öffentliche Messe in der Türkei, nimmt Thema Einheit in den Blick

Papst Leo feiert einzige öffentliche Messe in der Türkei, nimmt Thema Einheit in den Blick

In der Volkswagen Arena von Istanbul hat Papst Leo XIV. am Vorabend des Ersten Advents mit Tausenden Gläubigen eine Messe gefeiert. Gleichzeitig erinnerte der Pontifex daran, dass die Kirche am 30. November „des heiligen Apostels Andreas, des Schutzpatrons dieses Landes, gedenkt“. Ausgehend von der Lesung aus dem Buch Jesaja nutzte Leo seine Predigt dazu, „über unser Kirche-Sein“ nachzudenken.

„Das erste Bild ist das vom ‚höchsten der Berge, der alle Hügel überragt‘“, begann der Papst. „Es erinnert uns daran, dass die Früchte des göttlichen Wirkens in unserem Leben nicht nur ein Geschenk für uns sind, sondern für alle. Die Schönheit des Zion, der Stadt auf dem Berg, die eine im Glauben wiedergeborene Gemeinschaft symbolisiert und zum Zeichen des Lichts für Männer und Frauen aller Herkunft wird, erinnert uns daran, dass die Freude am Guten ansteckend ist.“

In diesem Kontext gab Leo den Gläubigen einige praktische Hinweise: „Liebe Brüder und Schwestern, wenn wir den Menschen, denen wir begegnen, wirklich helfen wollen, dann sollten wir auf uns selbst achtgeben, wie es uns das Evangelium empfiehlt: Lasst uns unseren Glauben durch das Gebet und die Sakramente pflegen, ihn konsequent in Liebe leben, die Werke der Finsternis ablegen – wie uns der heilige Paulus in der zweiten Lesung gesagt hat – und die Waffen des Lichts anlegen.“

„Der Herr, den wir am Ende der Zeiten in seiner Herrlichkeit erwarten, klopft jeden Tag an unsere Tür“, betonte er. „Halten wir uns bereit mit dem ehrlichen Bestreben, ein gutes Leben zu führen, wie es uns die vielen Vorbilder der Heiligkeit lehren, an denen die Geschichte dieses Landes so reich ist.“

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„Das zweite Bild, das uns der Prophet Jesaja vor Augen führt, ist das einer Welt, in der Frieden
herrscht“, führte der Pontifex sodann aus. „Wie dringend empfinden wir diesen Aufruf heute! Wie groß ist das Verlangen nach Frieden, Einheit und Versöhnung um uns herum, aber auch in uns und unter uns! Wie können wir dazu beitragen, darauf eine Antwort zu finden?“

Daraufhin konzentrierte er sich auf den Aspekt der Einheit, „und zwar auf drei Ebenen: innerhalb der Gemeinschaft, in den ökumenischen Beziehungen zu den Mitgliedern anderer christlicher Konfessionen und in der Begegnung mit den Brüdern und Schwestern anderer Religionen“.

Leo verwies auf „die lateinische, die armenische, die chaldäische und die syrische“ Tradition der katholischen Kirche in der Türkei, mit all ihren Unterschieden. „Das Miteinanderteilen dieser Unterschiede kann auf eindrucksvolle Weise einen der schönsten Aspekte des Antlitzes der Braut Christi sichtbar machen: den der verbindenden Katholizität. Die Einheit, die sich um den Altar herum festigt, ist ein Geschenk Gottes und als solches stark und unbesiegbar, denn sie ist das Werk seiner Gnade. Gleichzeitig aber ist ihre Verwirklichung in der Geschichte uns und unserem Bemühen anvertraut.“

„Ein zweites Band der Gemeinschaft, das uns diese Liturgie nahelegt, ist das ökumenische“, zeigte sich der Papst überzeugt. „Das bezeugt auch die Anwesenheit von Vertretern anderer Konfessionen, die ich mit großer Dankbarkeit grüße. Der gleiche Glaube an den Erlöser verbindet uns nämlich nicht nur untereinander, sondern mit allen unseren Brüdern und Schwestern, die anderen christlichen Kirchen angehören.“

„Eine dritte Verbindung, auf die uns das Wort Gottes verweist, ist die zu den Anhängern nichtchristlicher Gemeinschaften“, sagte Papst Leo schließlich. „Wir leben in einer Welt, in der Religion viel zu oft benutzt wird, um Kriege und Gräueltaten zu rechtfertigen. […] Deshalb wollen wir gemeinsam weitergehen, das zur Geltung bringen, was uns verbindet, die Mauern der Vorurteile und des Misstrauens einreißen, gegenseitiges Kennenlernen und Wertschätzung fördern, um allen eine starke Botschaft der Hoffnung zu geben und sie einzuladen, ‚Friedensstifter‘ zu sein.“

Am Sonntag wird Papst Leo keine öffentliche Messe feiern, sondern stattdessen an einer orthodoxen Göttlichen Liturgie teilnehmen. Sowohl die byzantinischen Ostkirchen (katholisch und orthodox) als auch die katholische Westkirche feiert am 30. November den heiligen Apostel Andreas, der als Gründer der Kirche von Byzanz (später Konstantinopel, heute Istanbul) gilt.

EWTN überträgt die öffentlichen Programmpunkte der Reise von Papst Leo XIV. in die Türkei und in den Libanon live im Fernsehen und im Internet.

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