Papst Leo und orthodoxer Patriarch Bartholomaios unterzeichnen Gemeinsame Erklärung

Papst Leo und orthodoxer Patriarch Bartholomaios unterzeichnen Gemeinsame Erklärung

Papst Leo XIV. und der orthodoxe Patriarch Bartholomaios haben im Rahmen ihrer Begegnung am Samstagnachmittag in Istanbul eine Gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin bekräftigten sie, man wolle „unseren Weg des Dialogs in Liebe und Wahrheit (vgl. Eph 4,15) mit fester Entschlossenheit“ fortsetzen, „um die erhoffte Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft zwischen unseren Schwesterkirchen zu erreichen“.

Die Erklärung erinnerte an das Erste Konzil von Nizäa, das vor 1700 Jahren in der heutigen Türkei stattfand. Es habe sich um „ein providentielles Ereignis der Einheit“ gehandelt: „Die Feier dieses Ereignisses soll uns jedoch nicht nur an die historische Bedeutung des Konzils erinnern, sondern darüber hinaus anspornen, in der Auseinandersetzung mit den vielen Herausforderungen unserer Zeit weiterhin offen zu sein für denselben Heiligen Geist, der durch Nizäa gesprochen hat.“

„Neben der Anerkennung der Hindernisse, die die Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft aller Christen verhindern – Hindernisse, die wir auf dem Weg des theologischen Dialogs zu überwinden versuchen –, müssen wir ebenfalls anerkennen, dass uns der Glaube verbindet, der im Glaubensbekenntnis von Nizäa zum Ausdruck kommt“, hielten Leo und Bartholomaios fest. „Mit diesem gemeinsamen Bekenntnis können wir uns unseren gemeinsamen Herausforderungen stellen, indem wir in gegenseitigem Respekt Zeugnis ablegen für den in Nizäa zum Ausdruck gebrachten Glauben und mit echter Hoffnung gemeinsam an konkreten Lösungen arbeiten.“

Neben dem nizänischen Glaubensbekenntnis verwies die Erklärung auch auf die Arbeit an einem gemeinsamen Ostertermin in Orthodoxie und katholischer Kirche, „um jedes Jahr gemeinsam das Fest der Feste feiern zu können“.

Ferner erinnerte die Erklärung an die gegenseitige Aufhebung der Exkommunikationen durch den orthodoxen Patriarchen Athenagoras und Papst Paul VI. vor 60 Jahren.

„Überzeugt von der Wichtigkeit des Dialogs bekunden wir unsere weitere Unterstützung für die Arbeit der Gemeinsamen Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der Römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche, der sich in seiner momentanen Phase mit Fragen befasst, die historisch gesehen als trennend galten“, so die Erklärung. „Neben der unersetzlichen Rolle, die der theologische Dialog im Prozess der Annäherung zwischen unseren Kirchen spielt, würdigen wir auch die anderen notwendigen Elemente dieses Prozesses wie brüderliche Kontakte, Gebet und Zusammenarbeit in allen Bereichen, in denen eine Kooperation bereits möglich ist. Wir fordern alle Gläubigen unserer Kirchen, insbesondere den Klerus und die Theologen, nachdrücklich auf, die bisher gewonnenen Früchte freudig anzunehmen und sich für deren weiteres Wachstum einzusetzen.“

Über die Ökumene hinaus machten Leo und Bartholomaios deutlich, dass „ein authentischer interreligiöser Dialog, der weit davon entfernt ist, Ursache für Synkretismus und Verwirrung zu sein, für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Traditionen und Kulturen unerlässlich ist“.

„Gott wird die Menschheit nicht allein lassen“, betonte die Erklärung. „Der Vater hat seinen eingeborenen Sohn gesandt, um uns zu erlösen, und der Sohn Gottes, unser Herr Jesus Christus, hat uns den Heiligen Geist verliehen, damit wir an seinem göttlichen Leben teilhaben und die Heiligkeit des Menschen bewahren und schützen können.“

Posted in

Werden Sie Teil der EWTN-Familie. Abonnieren Sie unseren Newsletter!

*Ich möchte zukünftig den wöchentlichen Newsletter von EWTN.TV mit Impulsen, Programmtips und Informationen rund um Ihren katholischen Fernsehsender per E-Mail empfangen. Diese Einwilligung kann am Ende jedes Newsletters widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.