Diakon kritisiert ARD-Christmette in Stuttgart als „befremdlich und ekelerregend“

Diakon kritisiert ARD-Christmette in Stuttgart als „befremdlich und ekelerregend“

In einem offenen Brief an Bischof Klaus Krämer von Rottenburg-Stuttgart kritisiert der katholische Diakon Ulrich Franzke schwere liturgische Fehlentwicklungen in der von der ARD übertragenen Christmette aus einer Stuttgarter Kirche. Die bundesweit ausgestrahlte Feier vom Heiligabend 2025 habe Krippen-Inszenierung, die als „Schleim-Jesus“ bezeichnet wurde, erheblichen pastoralen Schaden verursacht.

Hintergrund des offenen Briefes ist eine breite öffentliche Debatte über diese Christmette. In der von SWR-Rundfunkpfarrer Thomas Steiger geleiteten Messe lag statt einer traditionellen Krippe ein in nasses Reispapier gehüllter erwachsener Mensch auf Stroh, der das Jesuskind darstellen sollte.

In den sozialen Netzwerken stieß die Darstellung auf scharfe Kritik. Sie wurde unter anderem als „atmender Alien“ oder „Schleim-Jesus“ bezeichnet. Der Stuttgarter Stadtrat und CDU-Landtagskandidat Klaus Nopper kritisierte die Installation als „eklig“ und sein Parteikollege Maximilian Mörseburg warf den Kirchen vor, sie führten die Religion „immer öfter ins Absurde und nehmen ihr die Würde“.

Franzke wandte sich in dem von kath.net dokumentierten Schreiben „als Diakon der katholischen Kirche“ an den Bischof und weitere Verantwortliche. Er habe die vollständige Aufzeichnung der Messfeier „gesichert und ausgewertet“. Anlass seiner Beschwerde sei „nicht allein eine liturgische Detailfrage, sondern das Zusammenwirken einer verstörenden szenischen Darstellung mit objektiven liturgischen Normverstößen“.

Im Zentrum seiner Kritik stand die Performance im Altarraum, bei der anstelle einer klassischen Krippe „eine lebende, erwachsene Person präsentiert“ worden sei, „eingehüllt in feuchtes, hautfarbenes Material (Reispapier), liegend, reglos, nackt wirkend, sichtbar verletzlich“. Diese Darstellung sei als „echter Mensch“ gedeutet worden, der die Menschwerdung Gottes symbolisieren solle.

Franzke hielt fest: „Die Christmette ist kein Kunstraum, sondern Liturgie der Kirche“, die Krippe sei „kein frei disponierbares Symbol“, und die gezeigte Szene habe „körperlich entgrenzt, befremdlich und ekelerregend“ gewirkt.

Ihm seien konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die die Darstellung als verstörend empfunden hätten. Besonders problematisch sei gewesen, dass diese Inszenierung „nicht außerhalb, sondern innerhalb der Messfeier und im unmittelbaren Zusammenhang mit der Eucharistie stattfand“.

Neben der szenischen Gestaltung listet Franzke mehrere liturgische Verstöße auf. So sei in der Christmette als Hochfest „das Gloria rubrikenpflichtig“, in der übertragenen Feier jedoch „weder gesungen noch gesprochen“ worden. Ebenso habe das ebenfalls vorgeschriebene Credo gefehlt.

Besonders schwer wiegend bewertete der Diakon das Eucharistische Hochgebet, das „nicht einem approbierten Hochgebet des Messbuchs“ entsprochen habe, sondern als freier Text formuliert worden sei. Er zitierte den Beginn nach dem Sanctus wörtlich: „Gott, du bist der Einzige. Bevor wir sprechen, hast du uns schon verstanden …“

Eigenmächtige Formulierungen seien hier „nicht zulässig“, da die Eucharistie „strikt nach den approbierten liturgischen Büchern“ zu feiern sei; Franzke verwies ausdrücklich auf can. 846 §1 CIC und sprach von einem schweren liturgischen „Missbrauch“.

Franzke bittet den Bischof daher um eine schriftliche Stellungnahme zur kirchenrechtlichen Bewertung, um Auskunft über die Verantwortlichen für Konzeption und Genehmigung der Feier sowie um verbindliche Maßnahmen, damit die Liturgie künftig gemäß den approbierten Büchern gefeiert werde und die Christmette „nicht zum Experimentierraum für körperlich oder emotional überfordernde Darstellungen wird“.

Da er den Vorgang für „von überdiözesaner Relevanz“ halte, habe er das Schreiben auch an die Apostolische Nuntiatur in Berlin und nach Rom weitergeleitet und um Antwort bis 15. Januar 2026 gebeten.

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