Papst Leo XIV. hat am Sonntag der „Spannungen“ im Iran und in Syrien gedacht. In beiden Ländern des Nahen Ostens war es in der vergangenen Tagen zu Gewalt gekommen.
„Meine Gedanken sind bei den Ereignissen dieser Tage im Nahen Osten, insbesondere in Iran und Syrien, wo anhaltende Spannungen den Tod vieler Menschen verursachen“, sagte der Pontifex nach dem Angelusgebet vor tausenden Menschen auf dem Petersplatz.
„Ich wünsche und bitte darum, dass man den Dialog und den Frieden geduldig fördert und dabei das Gemeinwohl der gesamten Gesellschaft anstrebt“, fügte er hinzu.
Im Iran kommt es schon seit Tagen zu Massenprotesten gegen das dortige Regime. Die Tagesschau berichtete am Sonntag: „Trotz wachsender Todeszahlen und exzessiver Drohungen des Sicherheitsapparats ebben die Proteste nicht ab. Laut Aktivisten haben sie sich auf 185 Städte ausgeweitet. Die iranischen Behörden gehen hart dagegen vor.“
Unklar ist, wie viele Menschen im Zusammenhang mit den Protesten bislang ums Leben kamen. „Die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo spricht von mindestens 192 Todesopfern, die tatsächliche Zahl könnte demnach aber höher liegen“, hieß es. „Nach Angaben der Human Rights Activists News Agency (HRANA) wurden mindestens 203 Menschen getötet.“
US-Präsident Donald Trump kündigte unterdessen am Sonntag an: „Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA stehen bereit, um zu helfen!!!“ Nach dem US-amerikanischen Militärangriff auf Venezuela werden Kommentare von Trump und seiner Regierung in verschiedenen Ländern ernster genommen als zuvor.
Es ist jedoch völlig unklar, in welcher Form die Vereinigten Staaten im Iran helfen könnten oder wollten. 1953 stürzten die USA, gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich, den damaligen demokratisch gewählten iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh.
In Syrien ist es zuletzt wieder zu Kämpfen gekommen. In Aleppo kamen mehrere Personen ums Leben, wie die Tagesschau berichtete: „Angaben zu den Opfern variieren, in Medien ist von sieben bis 22 Toten die Rede. Laut kurdischen Angaben sind mehr als 140.000 Menschen vertrieben worden.“
Auch in Syrien sind die Vereinigten Staaten involviert. Am Sonntag berichtete die Tagesschau: „Bereits im vergangenen Monat griffen die USA Dutzende Ziele des IS in Syrien an – jetzt melden die Streitkräfte einen weiteren Schlag gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Es sei eine Reaktion auf einen Angriff auf US-Soldaten in Palmyra.“
Laut ZDFheute haben die USA „in Syrien etwa 1.000 Soldaten stationiert und kooperieren im Kampf gegen den IS mit der neuen syrischen Regierung. Diese wird von ehemaligen Rebellen geführt, die 2024 den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt hatten.“
Papst Leo erwähnte in seiner kurzen Ansprache auch den Ukraine-Krieg, der seit inzwischen fast vier Jahren wütet. In dem Land werde „die Zivilbevölkerung durch neue, besonders heftige Angriffe hart getroffen, die sich gerade jetzt, da die Kälte strenger wird, vor allem gegen die Energieinfrastruktur richten“, sagte Leo über die russische Aggression. „Ich bete für die Leidenden und erneuere meinen Appell, die Gewalt zu beenden und die Bemühungen zu intensivieren, um Frieden zu erreichen.“