Nach massiver Kritik an der ARD-Christmette mit „Schleim-Jesus“ haben die Verantwortlichen der Diözese Rottenburg-Stuttgart zugegeben, dass religiöse Gefühle verletzt wurden. Zugleich kündigten sie Konsequenzen für künftige Gottesdienstübertragungen an.
Die Christmette aus Stuttgart, die an Heiligabend 2025 ausgestrahlt wurde, habe „für viele kritische Reaktionen gesorgt“, teilte die Diözese gegenüber CNA Deutsch mit.
Besonders die „künstlerische Gestaltung der Krippe“ habe polarisiert. Verantwortlich für Konzeption und Übertragung sei die Katholische Rundfunkarbeit der Kirche beim SWR gewesen.
Bischof Klaus Krämer und die Diözesanleitung hätten die Rückmeldungen „in den vergangenen Tagen sorgfältig geprüft“. Dabei habe sich gezeigt, dass „religiöse Gefühle verletzt wurden“. Dies bedauerten die Verantwortlichen und betonten zugleich, „dass zu keinem Zeitpunkt eine Provokation oder eine Herabwürdigung zentraler Glaubensinhalte beabsichtigt war“.
Zugleich sei deutlich geworden, „dass die gewählte Form der Darstellung bei vielen Menschen Irritation, Unverständnis und Ärger ausgelöst hat – insbesondere an einem Hochfest wie Weihnachten“.
Darüber hinaus habe es während des Gottesdienstes „Abweichungen von der geltenden liturgischen Ordnung“ gegeben. Die Liturgie sei „mit Blick auf das Fernsehformat freier gestaltet, als dies zulässig ist“.
Dies betreffe „insbesondere die Ausgestaltung einzelner liturgischer Rollen sowie die konkrete sprachliche und performative Gestaltung“. Diese Abweichungen seien „so nicht korrekt und werden aufgearbeitet“.
Als Konsequenz daraus würden bei künftigen Gottesdienstübertragungen „Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse verbindlich geschärft“, um „sowohl der kirchlichen Verantwortung als auch der besonderen Sensibilität solcher Formate gerecht zu werden“.
Hintergrund der Stellungnahme ist die breite öffentliche Debatte über die Stuttgarter ARD-Christmette. In der von SWR-Rundfunkpfarrer Thomas Steiger geleiteten Messe lag anstelle einer traditionellen Krippe ein in nasses Reispapier gehüllter erwachsener Mensch auf Stroh, der das Jesuskind darstellen sollte.
In den sozialen Netzwerken war die Darstellung auf scharfe Kritik gestoßen und unter anderem als „atmender Alien“ oder „Schleim-Jesus“ bezeichnet worden. Der Stuttgarter Stadtrat und CDU-Landtagskandidat Klaus Nopper bezeichnete die Installation als „eklig“. Sein Parteikollege Maximilian Mörseburg warf den Kirchen vor, sie führten die Religion „immer öfter ins Absurde und nehmen ihr die Würde“.
