„Ansgar ist der Kopf der dänischen Christen“: Erzbischof Heße eröffnet Festwoche

„Ansgar ist der Kopf der dänischen Christen“: Erzbischof Heße eröffnet Festwoche

„Ansgar ist der Kopf der dänischen Christen“, konstatierte Erzbischof Stefan Heße, der am Sonntag die sogenannte Ansgarwoche im Erzbistum Hamburg eröffnete.

„Dieser Mann, der zwischen 801 und 865 lebte, hat selbst seine Berufung als Christ, als Mönch, als Missionar und auch Bischof auf den Kopf zu erfahren“, erläuterte Heße, der in seiner Predigt immer wieder auf den Begriff „Kopf“ zu sprechen kam. „Gott liebt es nicht, allgemeine Botschaften über große Massen auszuschütten, gleichsam wie mit der Gießkanne. Im christlichen Glauben gibt es immer wieder die persönliche Begegnung und die Erfahrung einzelner, dass Gott ihnen etwas zutraut und auf den Kopf zu- oder ansagt.“

Der heilige Ansgar, der Apostel des Nordens, war seinerzeit der erste Bischof von Hamburg. Vor diesem Hintergrund begeht die Kirche dort seit einigen Jahrzehnten die Ansgarwoche.

„Ansgar war, das wissen wir, nicht allein unterwegs, sondern mit Gefährten“, fuhr Heße fort. „Darunter Rimbert – sein Biograph und späterer Nachfolger im Bischofsamt – und ebenso der neu getaufte König Harald Klak; gewiss waren es noch weitere Gefährten. Deswegen können wir sagen: Ansgar war der Kopf dieser kleinen Bewegung. Und doch werden sie auch die Köpfe zusammengesteckt, gemeinsam überlegt und aufgebrochen sein. Wir nennen das heute gerne mit dem Begriff synodal.“

Nichtsdestotrotz gebe es auch persönliche Verantwortung: „Jeder einzelne trägt seine Verantwortung, die ihm kein anderer abnehmen kann. Doch Verantwortung macht Angst – niemand scheitert gerne. So wird Schuld und auch Verantwortung manches mal gerne abgegeben.“

Es gehe aber nicht, „nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. In jedem Leben gibt es das Scheitern und das Versagen, die Schuld. Übrigens auch im Leben der Heiligen. Es ist eine Illusion, einen Heiligen für einen Menschen ohne Fehl und Sünde zu halten. Im Gegenteil, wer sich seiner Verantwortung bewusst ist, wer seine Berufung leben möchte, der wird doch in Grenzen geraten, dem wird manches misslingen und er kann dennoch als Heiliger ein Vorbild und Fürsprecher für uns sein. Das bewahrt davor, anderen den Kopf leichtfertig zu waschen oder sogar abzureißen.“

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