„Wir können Kirche nie selbst machen“, mahnt Erzbischof Heße

„Wir können Kirche nie selbst machen“, mahnt Erzbischof Heße

In seinem Bischofswort zum Ansgarfest hat Erzbischof Stefan Heße am Wochenende betont: „Wir sind nicht Kirche aus unseren eigenen Kräften und Möglichkeiten, wir können Kirche nie selbst machen.“ Stattdessen sei die Eucharistie „kirchenbildend, und von hier aus werden wir ausgesendet“, so der Hamburger Erzbischof.

„Je tiefer wir mit Christus verbunden sind, umso mehr sind wir es untereinander“, führte Heße aus, bevor er zu schlechten Nachrichten überleitete, wonach „wir in Zukunft leider nicht mehr so häufig die Eucharistie feiern können oder die Wege zu einer Messfeier weiter werden“.

Gleichzeitig sei wichtig, „dass wir uns trotzdem regelmäßig zu Gebet und Gottesdienst versammeln. Das können intensiv vorbereitete Wort-Gottes-Feiern sein, das können Zeiten der stillen Anbetung sein, das kann in der Fastenzeit das Gebet des Kreuzweges sein. Als weitere Gebetsformen gehören für mich der Rosenkranz oder das meditative Taizé-Gebet dazu. Wie gut ist es, wenn Haus- oder Familienkreise zusammenkommen und mit Gebet oder Bibellesung beginnen oder schließen!“

Das Bischofswort beschäftigte sich mit dem Projekt „SeSam“ (kurz für „Sendung und Sammlung“), das die kirchliche Struktur im Erzbistum Hamburg reformiert. Faktisch stehen alle deuten Bistümer vor der Aufgabe, die in den nächsten Jahren drastisch sinkenden Kirchensteuereinnahmen und die seit Jahren extrem niedrigen Zahlen bei den Priesterweihen irgendwie mit kirchlicher Präsenz vor Ort in Einklang zu bringen.

„Ähnlich wie man sich in einer Großstadt erst orientieren muss und sich mit dem Verkehrsnetz vertraut macht, so ist es nun an uns, uns mit dem ‚Fahrplan‘ für die Zukunft unseres Erzbistums Hamburg vertraut zu machen“, so Heße. Dabei räumte er ein: „Ich weiß, dass die aktuellen Entwicklungen rund um SeSam manchem Angst und Sorge bereiten.“

„Lassen Sie uns gemeinsam fahren – es ist Platz für alle und niemand muss diese Reise allein antreten“, forderte der Erzbischof. Schließlich erwähnte er noch den heiligen Ansgar, dessen Fest den Anlass für das Bischofswort bildete: „Meine Bitte ist daher, dass wir gemeinsam und mutig losziehen – wie Ansgar, unser erster Bischof, auf seiner Reise nach Skandinavien, die sich in diesem Jahr zum 1.200sten Mal jährt.“

„Seien wir füreinander da als Christen, die – so wie es uns auch Ansgar gezeigt hat – die Proexistenz leben, indem sie sich missionarisch und mutig senden lassen“, schloss Heße.

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