Der Dom zu Mailand steht bei den Olympischen Winterspielen im Rampenlicht

Der Dom zu Mailand steht bei den Olympischen Winterspielen im Rampenlicht

Anlässlich der Olympischen Winterspiele 2026 rückt der Mailänder Dom in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Bei den Wettkämpfen in Mailand und Cortina d’Ampezzo sowie einigen anderen Orten in den Alpen dient der Dom als Kulisse für Siegerehrungen und TV-Übertragungen, ist aber zugleich das liturgische Zentrum der größten Diözese Europas.

In diesen Tagen ist die Marmorfassade der Kirche auf Bildschirmen weltweit präsent. Internationale Sender wie NBC nutzen den Dom als Hintergrund für ihre Berichterstattung. Der US-Sender hat dafür eigens einen Studioturm auf dem Vorplatz der Kathedrale errichtet.

Auch die Organisatoren der Spiele haben den Platz vor der Kirche als zentrales Areal für öffentliche Veranstaltungen ausgewählt. Dort finden täglich die Siegerehrungen statt, bei denen die sportlichen Leistungen vor der historischen Sakralarchitektur gewürdigt werden.

Baugeschichte über sechs Jahrhunderte

Der Dom, der der Geburt Mariens geweiht ist, blickt auf eine rund 600-jährige Baugeschichte zurück. Er wurde im Jahr 1386 auf Anordnung des Stadtherrn Gian Galeazzo Visconti an einer Stelle errichtet, die bereits in römischer Zeit und durch frühchristliche Vorgängerbauten ein religiöses Zentrum bildete.

Aufgrund der langen Bauzeit entstand bei den Mailändern das Sprichwort „Lungh ’me la fabrica del dom“ – „So lang wie der Bau des Doms“.

Formal wurde die Kathedrale erst 1965 mit der Einweihung des letzten Bronzeportals vollendet. Zuvor hatten Generationen von Baumeistern aus ganz Europa an dem Werk gearbeitet.

Ein entscheidender Schritt erfolgte 1805 unter Napoleon Bonaparte: Kurz vor seiner Krönung zum König von Italien im Dom ordnete er die Fertigstellung der Fassade an, die daraufhin neugotisch vollendet wurde.

Architektur und Dimensionen

Mit einer Länge von 157 Metern und einer Fläche von 11.700 Quadratmetern ist der Mailänder Dom das größte Kirchengebäude Italiens und gilt als bedeutendstes Beispiel gotischer Baukunst im Land. Weltweit ist er die drittgrößte Kirche. Der aus hellem Candoglia-Marmor errichtete Dom erstreckt sich über eine Länge von 157 Metern und bedeckt eine Fläche von 11.700 Quadratmetern.

Im Inneren tragen 40 mächtige Pfeiler das Gewölbe und gliedern es in fünf Schiffe. Das Mittelschiff ist rund 45 Meter hoch. Außen schmücken über 3.000 Statuen, 135 Fialen und zahlreiche Wasserspeier das Gebäude.

Auf der höchsten Spitze, in einer Höhe von 108,50 Metern, thront die „Madonnina“, eine vier Meter hohe, vergoldete Kupferstatue der Gottesmutter. Sie gilt als Identifikationsfigur der Stadt und als religiöses Symbol, das den Schutz Mariens für Mailand symbolisiert.

Trotz der aktuellen weltlichen Nutzung des Vorplatzes bleibt der Mailänder Dom primär ein liturgischer Raum. Er ist der Sitz des Erzbischofs von Mailand – derzeit ist dies Mario Delpini – und bildet das Zentrum des ambrosianischen Ritus, einer eigenen liturgischen Tradition der lateinischen Kirche. Die Erzdiözese zählt rund 2.450 Priester.

Historisch prägend war der Heilige Karl Borromäus, der die noch unvollendete Kirche im Jahr 1572 weihte und liturgisch neu ordnete. Seine Reliquien ruhen in der Krypta. Im Dom wird zudem ein Nagel verehrt, der der Überlieferung nach vom Kreuz Christi stammt. Er wird einmal jährlich im „Ritus der Nivola“ herabgeholt und den Gläubigen gezeigt.

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