Katholischer Familienverband Österreichs warnt vor leichtfertigem Umgang mit KI

Katholischer Familienverband Österreichs warnt vor leichtfertigem Umgang mit KI

Der Katholische Familienverband Österreichs hat vor einem leichtfertigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) gewarnt. Man dürfe „als Gesellschaft nicht alles an die KI auslagern und Gespräche mit unseren Kindern dem Algorithmus überlassen“, sagte Andrea Kahl, die Leiterin des Schularbeitskreises des Katholischen Familienverbandes.

Hintergrund für die Wortmeldung des Verbandes ist eine neue Studie von „Saferinternet.at“, wonach 94 Prozent der 11- bis 17-Jährigen sogenannte KI-Chatbots benutzen, also ein Dialogprogramm, das einen echten Gesprächspartner im Internet imitiert.

Die Studie fand heraus, dass KI „im emotionalen und zwischenmenschlichen Bereich“ eine immer bedeutendere Rolle spiele: „Fast ein Viertel (24 %) der Befragten nutzt KI zumindest manchmal, um freundschaftliche Unterhaltungen zu führen, knapp ein Fünftel (19 %) sogar für romantische Gespräche. Etwa drei von zehn Befragten sind der Meinung, dass KI eine Art Freundin oder Freund sein kann (29 %) und Trost zu spenden vermag (28 %). Über ein Viertel (26 %) glaubt, dass sich Jugendliche tatsächlich in einen Chatbot verlieben könnten.“

„Das zeigt, wie attraktiv Chatbots für junge Menschen sind und welche Bedeutung sie im Alltag der Jugendlichen haben“, so das Fazit der Studie. „Eine wichtige Rolle spielt hierbei die bestätigende und gefällige Kommunikationsweise von KI-Chatbots. Dadurch wirken Chatbots oft empathisch und vermitteln scheinbares Verständnis.“

Kahl, die Leiterin des Schularbeitskreises des Katholischen Familienverbandes, betonte vor diesem Hintergrund: „Familien brauchen Geld, Infrastruktur und vor allem aber Zeit, um zu gelingen. Wir können nicht Gespräche mit unseren Kindern und Jugendlichen an die KI auslagern, es müssen die Eltern die Gelegenheit haben, im Leben ihrer Kinder präsent zu sein und das ist eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung.“

„In all den Diskussionen um künstliche Intelligenz sollten wir uns immer wieder vor Augen halten, dass die Technik für den Menschen da sein muss und nicht der Mensch für die Technik“, forderte sie. „Es wird keine einfachen Lösungen geben, und es ist notwendig, dieses Thema auch auf EU und internationaler Ebene zu betrachten.“

Gerade mit Blick auf Schüler forderte sie eine umfassende Erziehung zum Thema KI: „Erst wenn ich verstehe, wie etwas funktioniert, habe ich auch ein Bewusstsein dafür, wie es manipuliert werden kann.“ Doch auch bei den Lehrern gebe es „Nachholbedarf“, damit sie die Kinder so schulen können, „dass sie informiert und verantwortungsbewusst mit ChatGPT, Claude und Google Gemini umgehen können“.

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