95 Jahre Radio Vatikan: Vom Radio zur multimedialen Plattform

95 Jahre Radio Vatikan: Vom Radio zur multimedialen Plattform

Am heutigen Donnerstag begeht Radio Vatikan, der Sender des Heiligen Stuhls, sein 95-jähriges Jubiläum. Was 1931 als technische Pionierleistung von Guglielmo Marconi ins Leben gerufen wurde, präsentiert sich heute als multimediale Plattform im KI-Zeitalter.

Papst Pius XI. rief den Sender am 12. Februar 1931 ins Leben. Im Laufe fast eines Jahrhunderts hat er sich von einer Kurzwellenstation zu einem digitalen Medienhaus unter dem Dach von Vatican News gewandelt.

Seine Geschichte ist eng mit den Lateranverträgen von 1929 verknüpft, durch die der Heilige Stuhl neue staatliche Souveränität erhielt. Um die Stimme des Papstes unabhängig von nationalen Filtern weltweit hörbar zu machen, beauftragte Papst Pius XI. den Erfinder des Radios, Guglielmo Marconi, mit dem Bau der Station.

Am 12. Februar 1931 um 16.30 Uhr ging der Sender erstmals „on air“. Marconi betonte damals die technische Reichweite: Die Stimme des Papstes könne nun „simultan über die gesamte Oberfläche der Erde“ wahrgenommen werden.

Pius XI. nutzte die erste Ansprache für einen biblisch gerahmten Appell. Auf der vatikanischen Webseite ist die historische Formulierung dokumentiert: „Höret, ihr Himmel, was ich sagen werde, die Erde höre die Worte meines Mundes.“

Papst Johannes XXIII. ordnete dieses Ereignis zum 30. Jubiläum 1961 historisch ein: Es sei das erste Mal in der Geschichte gewesen, dass der Nachfolger Petri sich zeitgleich an alle Völker wenden konnte.

Die Gründung war laut Vatican News selbst „kein bloßes technisches Experiment, sondern eine präzise pastorale Entscheidung“. Dem Jesuitenorden wurde die Verantwortung für den Betrieb des Senders übertragen. Er prägte die redaktionelle Linie über Jahrzehnte hinweg.

Besondere Bedeutung erlangte Radio Vatikan während des Zweiten Weltkriegs. Das 1939 eingerichtete „Ufficio Informazioni Vaticano“ diente als Informationsstelle für Kriegsgefangene und Vermisste. Ziel war es, Familien, die oft jahrelang ohne Nachricht waren, Informationen über das Schicksal ihrer Angehörigen zu übermitteln.

Laut historischen Darstellungen verlas der Sender Tausende von Namen und kurzen Botschaften, um Kontakte wiederherzustellen. Auch in späteren Jahren diente der Sender in Gebieten unter totalitärer Herrschaft oft als alternative Informationsquelle, da die Internationale Fernmeldeunion (ITU) dem Vatikan 1936 das Recht zusprach, ohne geografische Einschränkungen zu senden.

Im Zuge der von Papst Franziskus angestoßenen Kurienreform hat sich die Struktur des Senders grundlegend gewandelt. Seit dem 1. Januar 2017 ist Radio Vatikan Teil des neu geschaffenen Dikasteriums für die Kommunikation.

Ende 2017 ging der eigenständige Webauftritt in der multimedialen Plattform „Vatican News“ auf. Bereits zuvor hatte sich die technische Verbreitung verändert: 2011 wurde die Ausstrahlung auf der starken Mittelwellenfrequenz 1530 kHz beendet, 2016 folgten die verbliebenen lokalen Frequenzen.

Heute produzieren Mitarbeiter aus 69 Nationen Programme in 34 Sprachen, wobei der Schwerpunkt zunehmend auf digitalen Formaten und Podcasts liegt.

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