Das vatikanische Presseamt hat am Dienstag bestätigt, dass für Ende März eine eintägige Reise von Papst Leo XIV. ins Fürstentum Monaco geprüft wird. Kommt der Besuch zustande, wäre es die erste Papstvisite der Neuzeit in dem Stadtstaat und zugleich die zweite Auslandsreise des im Mai 2025 gewählten Pontifex.
Hintergrund der Planungen ist eine persönliche Einladung von Fürst Albert II., die dieser am 17. Januar 2026 im Rahmen einer Privataudienz im Apostolischen Palast ausgesprochen hatte. Bei dem Treffen in der päpstlichen Bibliothek standen nach Vatikanangaben der Umweltschutz, humanitäre Hilfe sowie der Schutz der Menschenwürde im Mittelpunkt.
Im Anschluss an die Begegnung hatte sich der Monarch auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Erzbischof Paul Richard Gallagher, dem Außenbeauftragten des Heiligen Stuhls, ausgetauscht.
Während der Vatikan laut OSV News einen Termin Ende März ins Auge fasst, äußerte sich der Palast in Monaco zurückhaltender zur Zeitplanung. Gegenüber dem englischsprachigen Sender Riviera Radio erklärte eine Quelle aus dem Umfeld des Fürstenhauses, man warte noch auf eine offizielle Bestätigung des Heiligen Stuhls. Als mögliche Zeiträume nannte die Quelle neben Ende März auch April oder Juni.
Für Papst Leo XIV. wäre Monaco die zweite Station außerhalb Italiens seit seiner Wahl. Seine erste Auslandsreise führte ihn vom 27. November bis zum 2. Dezember 2025 in die Türkei und den Libanon, wo er unter anderem den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und den Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. traf.
Zwischen dem Heiligen Stuhl und Monaco bestehen enge und institutionell gefestigte Beziehungen. Der Katholizismus ist im Fürstentum Staatsreligion. Mehr als 80 Prozent der rund 38.000 Einwohner sind katholisch.
Seit 1981 existiert das Erzbistum Monaco in seiner jetzigen, dem Heiligen Stuhl direkt unterstellten Form und wird seit 2020 von Erzbischof Dominique-Marie David geleitet. Das Fürstenpaar hatte am 18. Mai 2025 an der Amtseinführung von Leo XIV. auf dem Petersplatz teilgenommen.
Ein möglicher Besuch würde in eine Phase fallen, in der sich das Fürstentum bereits klar positioniert hat, wie CNA Deutsch berichtete. So blockierte Fürst Albert II. im November 2025 ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen. Damit verhinderte der Monarch eine Aufweichung der seit 2009 geltenden Regelung.