Bischof Overbeck erinnert an „wirksame Kombination aus Dialog und Aufrüstung“

Bischof Overbeck erinnert an „wirksame Kombination aus Dialog und Aufrüstung“

Bischof Franz-Josef Overbeck, der neben seiner Aufgabe in der Führung der Diözese Essen auch für die Militärseelsorge zuständig ist, hat an „eine zugegeben merkwürdige, aber wirksame Kombination aus Dialog und Aufrüstung“ erinnert, die in der Zeit des Kalten Krieges „militärische Eskalationen“ verhindert habe.

Gleichzeitig unterstrich Overbeck gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Ich würde entschlossene Pazifisten nie als naiv bezeichnen und es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die den Frieden als Beste aller Dinge sichtbar halten.“

Heute scheine indes „vor allem eines sicher: Es gibt keine einfachen Antworten. Auch dann nicht, wenn reiner Pazifismus aus bester Absicht auf den Plan tritt.“

Angesprochen darauf, ob die katholische Friedensethik noch zeitgemäß sei, antwortete der Bischof, es habe „immer ein Recht auf Selbstverteidigung gegeben, das natürlich entsprechend zu begründen ist. Zugleich gilt, dass man alles tun muss, um den Krieg abzuwenden, und dass man während eines möglicherweise stattfindenden Krieges dazu verpflichtet ist, für eine Beendigung dieser Auseinandersetzung Sorge zu tragen.“

„Zum Begriff des gerechten Krieges haben die meisten heute eine nachvollziehbare innere Distanz, weil im Grunde genommen kein Krieg gerecht sein kann“, räumte Overbeck ein. „Aber die Leistung von damals bestand darin, Konflikte einzuhegen.“

Im Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 2309) heißt es zu diesem Thema: „Die Bedingungen, unter denen es einem Volk gestattet ist, sich in Notwehr militärisch zu verteidigen, sind genau einzuhalten. Eine solche Entscheidung ist so schwerwiegend, dass sie nur unter den folgenden strengen Bedingungen, die gleichzeitig gegeben sein müssen, sittlich vertretbar ist: – Der Schaden, der der Nation oder der Völkergemeinschaft durch den Angreifer zugefügt wird, muss sicher feststehen, schwerwiegend und von Dauer sein. – Alle anderen Mittel, dem Schaden ein Ende zu machen, müssen sich als undurchführbar oder wirkungslos erwiesen haben. – Es muss ernsthafte Aussicht auf Erfolg bestehen. – Der Gebrauch von Waffen darf nicht Schäden und Wirren mit sich bringen, die schlimmer sind als das zu beseitigende Übel. Beim Urteil darüber, ob diese Bedingung erfüllt ist, ist sorgfältig auf die gewaltige Zerstörungskraft der modernen Waffen zu achten.“

Dies seien „die herkömmlichen Elemente, die in der sogenannten Lehre vom ‚gerechten Krieg‘ angeführt werden. Die Beurteilung, ob alle diese Voraussetzungen für die sittliche Erlaubtheit eines Verteidigungskrieges vorliegen, kommt dem klugen Ermessen derer zu, die mit der Wahrung des Gemeinwohls betraut sind.“

Posted in

Werden Sie Teil der EWTN-Familie. Abonnieren Sie unseren Newsletter!

*Ich möchte zukünftig den wöchentlichen Newsletter von EWTN.TV mit Impulsen, Programmtips und Informationen rund um Ihren katholischen Fernsehsender per E-Mail empfangen. Diese Einwilligung kann am Ende jedes Newsletters widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.