Emeritierter Bischof Bode von Osnabrück wird 75, zieht zurück nach Paderborn
Der im März 2023 frühzeitig zurückgetretene Bischof Franz-Josef Bode wird am Montag 75 Jahre alt. Der Rücktritt war im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie für das Bistum Osnabrück erfolgt. Nun ist Bode wieder nach Paderborn gezogen, wo er vor seiner Zeit in Osnabrück Priester und Weihbischof war.
Erzbischof Udo Bentz von Paderborn sagte am Wochenende: „Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag! Und herzlich willkommen nach über 30 Jahren zurück am Paderborner Abdinghof! Komm gut wieder an in der Stadt Deiner Schul- und Studienjahre und Deines Wirkens als Präfekt und schließlich als Weihbischof.“
Bode sagte seinerseits: „Ich werde meine Verbindungen nach Osnabrück nicht abreißen lassen, dafür sind mir die Stadt und das Bistum zu sehr ans Herz gewachsen. Doch freue ich mich jetzt auch auf diesen noch einmal neuen Anfang in gewohnter und doch neuer Umgebung.“
Tatsächlich lebt der Bischof nun in derselben Wohnung, die er schon von 1991 bis 1995 als Weihbischof bewohnte. In die Zwischenzeit fallen seine fast 30 Bischofsjahre in Osnabrück.
Anlässlich seines Rücktritts im März 2023 hatte Bode eingeräumt: „In den fast 32 Jahren meines bischöflichen Dienstes, davon fast 28 Jahre als Bischof von Osnabrück, trug ich Verantwortung in einer Kirche, die nicht nur Segen gebracht, sondern auch Schuld auf sich geladen hat. Insbesondere im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt durch Kleriker habe auch ich selbst lange Zeit eher die Täter und die Institution als die Betroffenen im Blick gehabt. Ich habe Fälle falsch eingeschätzt, häufig zögerlich gehandelt und manche falsche Entscheidung getroffen und bin meiner Verantwortung als Bischof an diesen Punkten nicht gerecht geworden.“
„Ich bekenne mich ausdrücklich zu meiner Verantwortung wie zu meinen persönlichen Fehlern und kann heute nur alle Betroffenen erneut um Verzeihung bitten!“, so Bode.
Noch im Januar 2023 hatte Bode seine Position bekräftigt, nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts im Rahmen der Missbrauchsstudie für das Bistum Osnabrück, der auch ihm Fehlverhalten vorwirft, dem Papst seinen Rücktritt nicht anzubieten. „Ich bin der Meinung, dass das ein Teil meiner Verantwortung ist“, sagte Bode damals.
„Ich habe vieles falsch gemacht, aber ich denke, ich habe noch Zeit, neues Vertrauen aufzubauen“, zeigte sich der 72-Jährige überzeugt. „Das ist eine Abwägungsfrage. Ich möchte weiterhin Verantwortung übernehmen, um die Dinge zum Besseren zu führen. Deshalb stehe ich immer noch dahinter.“
Historiker und Juristen hatten im September 2022 einen 600-seitigen Zwischenbericht zur Missbrauchsstudie für das Bistum Osnabrück vorgestellt. Daraus ging hervor, Bode habe „in den ersten Jahrzehnten seiner Amtszeit mehrfach Beschuldigte, auch solche, an deren Gefährlichkeit kaum Zweifel bestehen konnte, in ihren Ämtern belassen oder in Ämter eingesetzt, die weitere Tatgelegenheiten ermöglichten, z. B. als Subsidiar und Pfarradministrator oder sogar mit Leitungsaufgaben in der Jugendseelsorge betraut“.
In einer der Fallstudien hieß es zu Bode etwa, er „hätte darauf bestehen müssen, dass entschieden gegen den Beschuldigten vorgegangen wird, um dessen Handeln gegenüber Kindern und Jugendlichen sofort und sicher zu beenden. Dem Beschuldigten hätte insbesondere sofort verboten werden müssen, Kinder und Jugendliche in seiner Privatwohnung zu empfangen oder sich mit ihnen allein in einem geschlossenen Raum aufzuhalten; erst recht natürlich, ihnen Alkohol anzubieten. Die Einhaltung eines solchen Verbots hätte durch geeignete Maßnahmen überprüft werden müssen.“
Bode, geboren am 16. Februar 1951, besuchte in Paderborn das Gymnasium Theodorianum. Anschließend studierte er Philosophie und Theologie in Paderborn, Regensburg und Münster. Die Priesterweihe erfolgte 1975.
Auf die obligatorische Tätigkeit als Kaplan folgte von 1977 bis 1983 seine Zeit als Präfekt im Erzbischöflichen Theologenkonvikt Paderborn und dann bis 1986 die Fertigstellung seiner Doktorarbeit in Bonn. Schließlich war er bis 1991 Pfarrer in Fröndenberg. Papst Johannes Paul II. machte Bode 1991 zum Weihbischof für das Erzbistum Paderborn und 1995 zum Bischof von Osnabrück. Zusätzlich war er von 2017 bis 2023 stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK).
