Konvertierte junge Erwachsene sorgen für volle Kirchenbänke in Oxford

Konvertierte junge Erwachsene sorgen für volle Kirchenbänke in Oxford

In der berühmten Universitätsstadt Oxford in England erlebt die katholische Pfarrei St. Aloysius, auch „Oxford Oratory“ genannt, einen historischen Anstieg an Konversionen. Diese Entwicklung wird besonders von jungen Erwachsenen unter 30 Jahren geprägt und reiht sich in einen landesweiten Trend gestiegener kirchlicher Praxis bei der „Generation Z“ ein.

Laut dem Catholic Herald umfasst die Gruppe der Neuaufnahmen insgesamt 32 Erwachsene in den ersten beiden Monaten des Jahres. Die Gruppe setzte sich aus neun Täuflingen, 17 Konvertiten aus anderen Konfessionen und sechs bisher nicht religiös unterwiesenen getauften Katholiken zusammen. 

Auffällig ist die Demografie der neu getauften Gläubigen: Das Durchschnittsalter liegt bei 29 Jahren, alle Neugetauften sind unter 30 Jahre alt. Im Vorjahr verzeichnete die Pfarrei insgesamt 41 Erwachsenentaufen, Firmungen oder Aufnahmen.

Bereits im Spätsommer 2023 hatte der Anstieg der Interessenten organisatorische Konsequenzen. Laut dem Oratorium überstieg die Zahl der Anwärter für Taufe und Konversion die Kapazitäten für die bis dahin übliche Einzelbegleitung.

Pater Oliver Craddock, der 2018 in St. Aloysius geweiht wurde und die Programme leitet, stellte daraufhin auf wöchentliche Gruppenkurse um. Aktuell bietet die Pfarrei zweimal jährlich entsprechende Vorbereitungskurse an. Die Messe wird hier sowohl nach dem traditionellen Messbuch von 1962 als auch nach dem nachkonziliaren Messbuch von 2002 gefeiert.

Laut dem Catholic Herald erklärte Pater Oliver, dass es drei Namen gebe, die immer wieder als Inspirationsquellen für die Teilnahme am Kurs genannt würden: der heilige Augustinus, der heilige Thomas von Aquin und der heilige John Henry Newman. Er sei sich jedoch auch sicher, dass die sozialen Medien eine Rolle spielen: „Katholische Influencer haben großen Einfluss und leisten viel Gutes. Der Name, der immer wieder genannt wird, ist der Priester Mike Schmitz.“

Die Kirche St. Aloysius blickt auf eine lange Tradition zurück. Sie wurde 1875 eröffnet und zunächst von Jesuiten betreut. Nach einer Zwischenphase in der Verantwortung der Erzdiözese Birmingham wurde sie 1990 von den Oratorianern übernommen. Sie sieht sich in der Tradition von John Henry Newman, der eine solche Gründung in Oxford angestrebt hatte. Das Gotteshaus war historisch ein geistlicher Bezugspunkt für Persönlichkeiten wie J. R. R. Tolkien oder Gerard Manley Hopkins.

Die Entwicklungen in Oxford stehen nicht isoliert da, sondern spiegeln einen breiteren Trend in England und Wales wider, der als „quiet revival“ (stille Wiederbelebung) bezeichnet wird. Daten einer YouGov-Umfrage, die im Auftrag der Bible Society durchgeführt wurde, deuten auf eine signifikante Zunahme der Gottesdienstpraxis hin.

Demnach gaben im Jahr 2024 rund 12 Prozent der Bevölkerung an, mindestens einmal im Monat die Kirche zu besuchen. Damit ist ein Anstieg gegenüber acht Prozent im Jahr 2018 zu verzeichnen. Besonders deutlich ist der Zuwachs in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen („Generation Z“): Hier stieg der Anteil von vier Prozent im Jahr 2018 auf 16 Prozent. 

Laut der Erhebung ist die Zustimmung bei jungen Männern besonders ausgeprägt. Dies wird von Beobachtern als Verschiebung von einem rein kulturellen Christentum hin zu einer bewussten Glaubenspraxis gewertet.

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