Zum Auftakt des muslimischen Fastenmonats Ramadan haben die Bischöfe in Nordrhein-Westfalen zusammen mit den protestantischen Landeskirchen betont, Christen und Muslime müssten dafür sorgen, „dass Demokratie lebendig bleibt“.
„Wo Glauben frei und verbindlich praktiziert und Gemeinschaft offen und respektvoll gelebt wird, können Räume entstehen, in denen Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Vielfalt wertzuschätzen und Konflikte mit Respekt auszutragen“, zeigte sich die Bischöfe und Landeskirchen überzeugt. „Gerade in Zeiten, in denen demokratische Grundwerte unter Druck geraten, sind solche spirituellen und sozialen Ressourcen unverzichtbare Stützen unserer Gesellschaft.“
„Zurzeit erleben wir, wie unsere Demokratie und das Zusammenleben tragende Grundwerte immer stärker gefährdet sind“, mahnten die Erzbischöfe Rainer Maria Kardinal Woelki und Udo Bentz von Köln und Paderborn sowie die Bischöfe Franz-Josef Overbeck und Helmut Dieser von Essen und Aachen. Für das Bistum Münster unterzeichnete der Diözesanadministrator Antonius Hamers das Grußwort.
„Die Verächtlichmachung anderer Menschen, Hass, Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und eine immer stärker polarisierte Gesellschaft bedrohen den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“, hieß es. „Gemeinsam sind wir also herausgefordert, Zeichen für Dialog, Offenheit und ein friedliches Zusammenleben zu setzen.“
In diesem Jahr fällt der Beginn der katholischen Fastenzeit am Aschermittwoch mit dem Auftakt zum Ramadan zusammen. Während der Ramadan bis zum 19. März dauert, geht die katholische 40-tägige Fastenzeit bis Ostern, das in diesem Jahr auf den 5. April fällt. Die Verpflichtung, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang keine Nahrung aufzunehmen und nicht zu trinken, wird von vielen Muslimen sehr ernst genommen. Die katholische Fastenzeit kennt seit der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil nur noch zwei vergleichsweise strenge und verpflichtende Fasttage: Aschermittwoch und Karfreitag.
