Pfarrei im Bistum Münster kooperiert bei Kirchennutzung mit freikirchlicher Gemeinde
Eine Pfarrei im Bistum Münster kooperiert bei der Kirchennutzung künftig mit einer protestantischen freikirchlichen Gemeinde. So kann die Kirche St. Bernhard in Angelmodde außerhalb von Münster vorerst erhalten bleiben, auch wenn man sich langfristig weiter von dem Gotteshaus trennen will.
Zu den Hintergründen erläuterte das Bistum am Wochenende, die freikirchliche Gemeinde – „Gemeinschaft Freier Christusgemeinden“ – habe „bereits vor mehreren Jahren die St.-Ludger-Kirche in Lüdinghausen übernommen. Sie sei „seit längerem auf der Suche nach geeigneten Räumen in Münster“ gewesen „und nutzte zuletzt das evangelische Pfarrheim in Angelmodde. Als die Pfarrei St. Nikolaus ihre Pläne zur Aufgabe des Kirchortes St. Bernhard bekannt machte, nahm die Freikirche Kontakt auf.“
Der zuständige Pfarrer Jürgen Streuer stellte klar: „Der Vertrag ist ein wichtiges Übergangsmodell, doch unser Grundsatzbeschluss bleibt: Der Kirchort St. Bernhard wird langfristig aufgegeben und einer neuen Nutzung zugeführt.“
Laut Bistum kann die freikirchliche Gemeinde ab März „die St.-Bernhard-Kirche sowie das alte Pfarrheim regelmäßig für ihre Gottesdienste und Veranstaltungen nutzen“, nicht aber das neue Pfarrheim. „Die katholische Kirchengemeinde behält zugleich feste Vorbelegungsrechte, darunter die Messfeiern am Samstag um 17 Uhr und am Freitag um 9 Uhr sowie die Nutzung der Kirche an Hochfesten, für Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Sondergottesdienste – jeweils in enger Abstimmung mit der Freikirche.“
Streuer betonte derweil den ökumenischen Aspekt der neuen Situation: „Wir begegnen uns im Geist des Miteinanders. Das ist ein starkes Signal für Angelmodde.“
Es sei wertvoll, „wenn wir mit anderen christlichen Gemeinden gute Lösungen finden, die beiden Seiten dienen“, fuhr er fort. „Für uns ist es ein Gewinn, dass die Gebäude vorerst weiter für geistliches Leben genutzt werden – und wir gleichzeitig finanziell entlastet werden.“
