Erzbischof Stephan Burger von Freiburg erhofft sich von der Strukturreform im Erzbistum Freiburg, dass „für unsere seelsorgliche Arbeit mehr Freiräume geschaffen werden im Miteinander der Gläubigen, der Priester sowie der hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“.
Seit diesem Jahr gibt es in der Erzdiözese nur noch 36 Pfarreien. Zuvor waren es bis zuletzt noch mehr als 1000 Pfarreien.
Burger listete in seinem Fastenhirtenbrief am Sonntag mehrere Punkte auf, die durch die Strukturreform erleichtert werden sollen. Dazu gehörte „Zeit zu haben für die persönliche Begleitung von Menschen, die nach unserem Glauben und nach der Hoffnung fragen, die uns erfüllt“, aber auch „Zeit, um Kontakte zu fördern und zu pflegen in unsere Vereine, in unsere kulturellen und gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen hinein“. Ein weiterer Punkt war „Zeit, intensiver und bewusster aus dem Empfang der Sakramente zu leben, aus der Gottesbegegnung, die in der Begegnung mit dem Nächsten seine Fortsetzung finden will. Die Feier und der Empfang der Sakramente sind dabei unerlässliche Quellen für unser christliches Leben!“
„Die gerade aufgeführten Beispiele sind nicht als Leistungsverzeichnis zu verstehen, das einfach von den in der Kirche Aktiven abzuarbeiten wäre“, stellte der Erzbischof jedoch klar. „Vielmehr geht es um die Überprüfung der inneren Haltung einer und eines jeden von uns. Es geht um die Frage, wie sich unser christliches Leben gestaltet und woraus wir wirklich leben.“
Gegen Ende seines Hirtenbriefs stellte Burger klar: „Der von Christus in Liebe zu Gott und zu den Menschen gelebte Gehorsam will uns anspornen und ermutigen, unser Leben erneut so auszurichten, dass für das Wichtige und Wesentliche unseres Lebens Zeit bleibt; Zeit, die es uns ermöglicht, Gott, den Ursprung und Ziel unseres Lebens, wieder in den Mittelpunkt zu stellen; Zeit, die dem Nächsten zu Gute kommt; Zeit, den Glauben an ihn gemeinsam zu leben und zu feiern und das stets im Bewusstsein, dass er allein unsere Erlösung bewirkt.“
„Alldem will unsere Strukturreform und Kirchenentwicklung 2030 dienen“, hieß es. „Wir dürfen im Vertrauen auf Gott unseren Weg in die Zukunft gehen, mit seiner sicheren Zusage, dass alle Bedenken und Ängste, dass alle unsere Versuchungen und unser Versagen in ihm aufgehoben sind.“
