Bischof Bätzing: Man muss Welt „nicht verlassen und übersteigen, um Erlösung zu finden“

Bischof Bätzing: Man muss Welt „nicht verlassen und übersteigen, um Erlösung zu finden“

Bischof Georg Bätzing, dessen Nachfolger als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am Dienstag gewählt wird, hat gesagt: „Wir müssen die Welt nicht verlassen und übersteigen, um Erlösung zu finden.“ Der Bischof von Limburg predigte beim Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrs-Vollversammlung der DBK in Würzburg.

Bätzing zitierte aus den Gefängnisbriefen des protestantischen Gelehrten Dietrich Bonhoeffer, der noch kurz vor dem Untergang des Nationalsozialismus durch das Hitler-Regime hingerichtet wurde. Das Fazit des Bischofs: „Die Bekehrung hin zum Nächsten, für Christinnen und Christen ist das die entscheidende Erfahrung von Transzendenz.“

„Die Zukunft einer versöhnten heilen Welt – friedvoll, neu und fromm – liegt sichtbar vor unseren Augen, greifbar für unsere Hände, fühlbar für unser Herz, im Dasein für andere“, zeigte sich Bätzing überzeugt. „Aber, wie wir Menschen nun einmal sind, das sieht man nicht irgendwann einmal ein und hat es dann ein für alle Mal begriffen. Die Bekehrung hin zum Nächsten ist immer neu ein Werk des genialen Geschichtenerzählers Jesus in uns.“

Bätzing räumte ein: „Gewohnheiten, Strukturen und Lebenszusammenhänge, die uns vertraut waren und Sicherheit geben konnten, kommen an ihre Grenzen oder haben bereits das Ende ihrer prägenden Wirksamkeit erreicht. Und das betrifft nicht nur einen kleinen Teil unseres Lebens, fast alle Bereiche sind von großen Umbrüchen betroffen.“

Vom Matthäus-Evangelium ausgehend – „Was ihr für einen dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan …“ – fragte Bätzing: „Ändert denn meine Hinwendung zu den geringsten Schwestern und Brüdern auch nur irgendetwas am Zustand der großen Welt? Niemand weiß es wirklich, jedenfalls ändert es mich und die kleine Welt, die mein Leben ausmacht. Und niemals werden wir wissen können, wie sich denn die ‚große Welt‘ entwickelt hätte und wie sie heute dastünde, wenn sich nicht im Laufe der Zeit unendlich viele Menschen dem genialen Geschichtenerzähler Jesus angeschlossen hätten und seiner Spur der Hingabe gefolgt wären.“

„Wie viele Charismen wurden durch die große Erzählung vom Weltgericht inspiriert, wie viele Gemeinschaften wurden gegründet, die sich den Werken der christlichen Barmherzigkeit verpflichtet sehen und Tag für Tag den Boden dieser alten Welt mit ihrem Einsatz umgraben, damit er wieder fruchtbar wird, bewohnbar und lebensförderlich für alle Menschen“, fuhr er fort. „Die großartige Erzählung Jesu hat doch längst die Welt bewegt und zum Guten verändert.“

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