EU-Bischöfe unterstützen Forderung nach Koordinator gegen Christenfeindlichkeit
Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) hat am Montag die Forderung des Europäischen Parlaments nach einem EU-Koordinator gegen Christenfeindlichkeit begrüßt.
In einer Resolution hatte das Parlament zuvor auf die weltweit bedeutsame Verfolgung von Christen hingewiesen und eine Gleichstellung mit bestehenden Koordinationsstellen angemahnt.
Hintergrund der kirchlichen Unterstützung ist die am Montag veröffentlichte Entschließung des Europäischen Parlaments zu Menschenrechten und Demokratie. In Artikel 84 des Jahresberichts 2025 bedauern die Abgeordneten, dass es bisher keinen europäischen Beauftragten für die Bekämpfung von „Christianophobie“ gibt, obwohl das Christentum mit über 380 Millionen Betroffenen die am stärksten verfolgte Religion weltweit ist. Ein vergleichbares Amt für die Bekämpfung von Islamfeindlichkeit existiert auf EU-Ebene bereits.
Laut der COMECE, die als Vertretung der katholischen Bischofskonferenzen bei der Europäischen Union fungiert, sollte das künftige Amt den Titel „Koordinator gegen antichristlichen Hass“ tragen. Konkret soll die Stelle für die Bearbeitung von Fällen von Diskriminierung, Intoleranz und Gewalt gegen christliche Gemeinschaften in der EU zuständig sein.
Steigende Fallzahlen in Europa
Die Forderung der europäischen Bischöfe stützt sich auf aktuelle Erhebungen zu Hassverbrechen. Laut Daten der Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC Europe) wurden im Jahr 2024 insgesamt 2.211 antichristliche Vorfälle dokumentiert. Besonders die Zahl der Brandstiftungen stieg deutlich an: Es wurden 94 Fälle festgehalten, davon 33 in Deutschland.
Auch die OSZE bestätigte für das Vorjahr einen Anstieg der gemeldeten Straftaten von 1.029 auf 1.230 Fälle in zehn europäischen Staaten, wobei Experten aufgrund lückenhafter Meldungen von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.
Institutionelle Bemühungen der COMECE
Die Bischöfe hatten das Anliegen bereits im Oktober 2025 gegenüber dem zuständigen EU-Kommissar Magnus Brunner artikuliert. Im November 2025 forderte der Vizepräsident der COMECE, Bischof Czesław Kozon, bei einem Treffen zwischen der EU und Religionsvertretern eine stärkere institutionelle Antwort sowie eine Verbesserung der „religiösen Alphabetisierung“.
Bereits im Dezember 2024 hatte Alessandro Calcagno als Berater der COMECE die Debatte im EU-Parlament angestoßen. Er betonte: „Die Zeit ist reif für die Ernennung eines EU-Koordinators zur Bekämpfung von antichristlichem Hass.“
Im Januar 2026 mahnte zudem Papst Leo XIV., man dürfe eine „subtile Form der religiösen Diskriminierung gegen Christen“ nicht vergessen, die sich auch in Ländern ausbreite, in denen diese die Mehrheit bilden.
Finanzierung und Schutzraumkonzepte
Für die Wirksamkeit der neuen Stelle fordert die COMECE eine finanzielle Absicherung. Der Kampf gegen antichristlichen Hass müsse in das neue Förderinstrument „AgoraEU“ integriert werden.
Der Schutz von Gotteshäusern müsse dabei ein zentraler Bestandteil der Initiative sein. Die Bischöfe erwarten hierzu eine Berücksichtigung in der kommenden EU-Agenda zur Terrorismusbekämpfung und Extremismusprävention.
