Schisma im spanischen Belorado: Exkommunikation von zwei Schwestern aufgehoben

Schisma im spanischen Belorado: Exkommunikation von zwei Schwestern aufgehoben

Nach dem Schisma im spanischen Kloster Belorado sind zwei ehemalige Nonnen in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückgekehrt. Erzbischof Mario Iceta von Burgos hob am Aschermittwoch die Kirchenstrafe gegen die beiden Frauen auf, nachdem diese ihr schismatisches Manifest widerrufen hatten.

Hintergrund der Entscheidung ist ein seit Mai 2024 schwelender Konflikt, wie CNA Deutsch berichtete. Damals hatte eine Gruppe von zehn Klarissen des Klosters Belorado öffentlich den Bruch mit der römisch-katholischen Kirche erklärt.

Die Frauen bezeichneten alle Päpste seit Pius XII. (1939–1958) als illegitim und schlossen sich einer sedisvakantistischen Gruppierung um den exkommunizierten Bischof Pablo de Rojas Sánchez-Franco an. Ursprung des Streits war ein Konflikt um Immobilienverkäufe und die Finanzierung des Klosters Orduña.

Infolgedessen hatte Erzbischof Iceta am 22. Juni 2024 die Exkommunikation wegen Schismas – einer vorsätzlichen Trennung von der Einheit der Kirche – über die zehn Schwestern verhängt. Mit dieser Tatstrafe war nach dem Kirchenrecht auch die Entlassung aus dem Ordensstand verbunden.

Die nun wieder in die volle Gemeinschaft aufgenommenen Frauen, Schwester Paz und Schwester Adriana, hatten das Kloster bereits im August beziehungsweise Oktober 2024 verlassen. Auf eigene Initiative leiteten sie daraufhin ein Verfahren zur geistlichen Begleitung ein.

In einem Brief an die Klarissen-Föderation „Unserer Lieben Frau von Aránzazu“ erklärte Erzbischof Iceta, die beiden Frauen hätten den Umkehrprozess „in Demut und Dankbarkeit gemäß den ihnen und ihren geistlichen Begleitern gegebenen Anweisungen durchlaufen“.

Trotz der Aufhebung der Exkommunikation sind die Frauen rechtlich keine Ordensmitglieder mehr. Da die ursprüngliche Maßnahme auch die Entlassung aus dem Ordensleben beinhaltete, müssten sie für einen Wiedereintritt in eine Gemeinschaft theoretisch ein vollständig neues Aufnahmeverfahren durchlaufen.

Erzbischof Iceta betonte, dass die Tür für die übrigen Frauen weiterhin offen stehe. Wie die Nachrichtenagentur Kathpress berichtete, bezeichnete er die Exkommunikation als eine „heilsame Maßnahme“, die zur Reflexion anregen solle. Die Kirche sei bereit, „ihre Kinder willkommen zu heißen, die wie der verlorene Sohn – im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit – die Reise zurück zum Haus des Vaters antreten“.

Für die sieben im Kloster verbliebenen Frauen verschärft sich hingegen die Lage. Ein Gericht in Briviesca hat die Zwangsräumung der Immobilie für den 12. März dieses Jahres festgesetzt. Rechtsmittel gegen diese Entscheidung sind nicht mehr möglich.

Zudem steht ein strafrechtliches Verfahren im Raum: Den ehemaligen Nonnen wird die Vernachlässigung von fünf älteren Mitschwestern vorgeworfen. Diese hatten sich dem Schisma nicht angeschlossen, konnten das Kloster jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht verlassen. Mitte Dezember 2025 wurden diese dann durch die spanische Polizei aus dem Kloster Orduña befreit. Eine der betroffenen Schwestern ist zwischenzeitlich verstorben.

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