Bischof Meier würdigt „vielfältige Dialoglandschaft“ von Christen und Muslimen

Bischof Meier würdigt „vielfältige Dialoglandschaft“ von Christen und Muslimen

Bischof Bertram Meier hat die „vielfältige Dialoglandschaft“ von Christen und Muslimen in Deutschland gewürdigt. Am Mittwoch stellte er in seiner Funktion als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine neue Arbeitshilfe zu den interreligiösen Beziehungen zwischen Christen und Muslimen vor.

„Wenn wir das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Deutschland betrachten“, so der Bischof von Augsburg, sehe man „mehr als nur ein Schwarz-Weiß-Bild: Neben Momenten der Skepsis oder Gleichgültigkeit gibt es im gemeinsamen Alltag das ganz selbstverständliche Miteinander von Nachbarn, Kollegen oder Freunden.“

„Darüber hinaus hat sich in Deutschland eine vielfältige Dialoglandschaft entwickelt“, fuhr Meier fort. „Sie lebt von Einzelinitiativen in Kirchen- und Moscheegemeinden ebenso wie vom Engagement überregionaler Netzwerke.“

„Neue Möglichkeiten für einen theologisch fundierten Dialog haben sich in Deutschland vor allem durch den Aufbau einer islamischen Hochschultheologie eröffnet“, betonte er. „Diese Entwicklung erweist sich zugleich in praktischer Hinsicht als relevant, denn in zentralen Handlungsfeldern wie Bildung und Seelsorge, wo Absolventinnen und Absolventen der Islamischen Theologie tätig sind, haben sich neue Perspektiven der christlich-muslimischen Interaktion ergeben. Des Weiteren hat auch das gemeinsame ehrenamtliche Engagement von Christen und Muslimen in den letzten Jahren einen Aufschwung erfahren, sei es bei der Flüchtlingshilfe, beim Klimaschutz oder beim Eintreten für Demokratie und Menschenrechte.“

Meier verwies auf die Bedeutung von Papst Franziskus, „der einen besonderen Schwerpunkt auf die Verständigung zwischen den Religionsgemeinschaften gelegt hat. Ich denke hier in erster Linie an das 2019 in Abu Dhabi unterzeichnete ‚Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen‘, aber auch an weitere Dialogbegegnungen mit hoher Symbolkraft, ob 2021 im Irak oder zuletzt 2024 in Indonesien.“

Nichtsdestotrotz sei das Verhältnis von Christen und Muslimen „nicht frei von Konflikten“, räumte der Bischof ein. „So müssen wir konstatieren, dass das Aufflammen des Nahostkonflikts auch die interreligiösen Beziehungen in Deutschland belastet hat. Dies gilt vor allem für multireligiöse Dialogformate zwischen Juden, Christen und Muslimen, die zuvor an Relevanz gewonnen hatten.“

„Während Juden sich zu Recht alarmiert über das Anwachsen antisemitischer Ressentiments und Übergriffe zeigen, beklagen Muslime eine mangelnde Solidaritätsbereitschaft mit palästinensischen Opfern und sehen sich unter ‚Generalverdacht‘ gestellt“, fasste Meier zusammen. „Hier kommt christlichen Dialogpartnern nicht selten die Rolle von Brückenbauern zu.“

Die neue Arbeitshilfe der deutschen Bischöfe stelle klar: „Für Musliminnen und Muslime gilt, ebenso wie für die Angehörigen aller Religionsgemeinschaften in Deutschland, das Recht auf Religionsfreiheit. Das Grundgesetz garantiert dieses Recht sowohl in seiner individuellen als auch in seiner gemeinschaftlichen Dimension.“

Gleichzeitig müsse es im Konfliktfall „darum gehen, einen schonenden Ausgleich zwischen der Religionsfreiheit und anderen grundlegenden Rechten zu finden. Solche Abwägungen sollten nicht vorschnell als Mangel an Freiheitsrechten interpretiert werden; sie eignen sich umgekehrt aber auch nicht für ‚kulturkämpferische‘ Zuspitzungen. Wir befinden uns hier in einem Entwicklungsprozess, in dem sich jenseits rein rechtlicher Fragen auch gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln.“

An der Vorstellung der Arbeitshilfe nahmen neben Meier noch drei weitere Personen teil, nämlich Pater Tobias Specker SJ, der Lehrstuhlinhaber für Katholische Theologie im Angesicht des Islam an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, Mathias Rohe, der Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung sowie Sprecher des Forschungszentrums für Islam und Recht in Europa an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, sowie Dunya Elemenler, die Projektleiterin beim Sozialdienst muslimischer Frauen und Vorsitzende der Christlich-Islamischen Gesellschaft.

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