Initiative Neuer Anfang: Bischof Wilmer als DBK-Vorsitzender ist „echtes Hoffnungszeichen“

Initiative Neuer Anfang: Bischof Wilmer als DBK-Vorsitzender ist „echtes Hoffnungszeichen“

Die Initiative Neuer Anfang, die besonders für ihre Kritik am deutschen Synodalen Weg bekannt ist, hat die Wahl von Bischof Heiner Wilmer SCJ zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) als „echtes Hoffnungszeichen“ begrüßt.

Der Publizist Bernhard Meuser, ein Mitinitiator der Initiative wie auch des bekannten Youcat-Projekts, sagte am Mittwoch: „Die Wahl von Bischof Wilmer – wir hatten die Freude, ihn im persönlichen Austausch zu erleben – ist ein echtes Hoffnungszeichen.“

Die erste Wortmeldung von Wilmer – er las bei der Pressekonferenz am Dienstag von seinem Mobiltelefon eine vorbereitete Ansprache ab – wurde von Meuser ebenfalls gewürdigt. „Ihre Wucht speiste sich nicht aus rhetorischen Quellen, sondern aus spiritueller Tiefe“, sagte er. „Mir imponierte der Satz ‚aus einer Haltung der Demut‘ stark sein. Genau damit könnten die schmerzhaften Gräben in der Katholischen Kirche langsam überwunden werden und eine neue Kultur der Verständigung wachsen.“

Der Theologe Martin Brüske, ein weiterer Mitinitiator der Initiative Neuer Anfang, fand ebenfalls wohlwollende Worte: „Der neue Vorsitzende der DBK besitzt Wertschätzung über die Grenzen der Lagerbildung innerhalb der Konferenz hinaus.“

Die erste Ansprache des neuen DBK-Vorsitzenden habe ihn „persönlich sehr gefreut“, betonte Brüske. Wilmer habe „theologische und geistliche Substanz gezeigt“.

Obwohl die Initiative in der Vergangenheit so scharfe und deutliche Kritik am Synodalen Weg geübt hatte, ging die Mitteilung am Mittwoch nicht auf das Abstimmungsverhalten von Wilmer ein, der als Bischof von Hildesheim an den Synodalversammlungen teilnahm. Dabei stimmte Wilmer regelmäßig mit der Mehrheit der Bischöfe und aller Mitglieder der Synodalversammlung für teils radikale Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre.

Zur Segnung homosexueller Verbindungen stimmte Wilmer beim Synodalen Weg mit „Ja“ – noch bevor der Vatikan unter Papst Franziskus den Weg für solche Segnungen mit der Erklärung Fiducia supplicans zunächst freimachte, dann aber aufgrund des Widerstands unzähliger Bischöfe aus aller Welt diesen Schritt im Rahmen einer Pressemitteilung faktisch zumindest teilweise wieder rückgängig machen musste. Tatsächlich hatte der Vatikan nur wenige Jahre vor Fiducia supplicans ausdrücklich erklärt, dass Kirche keine Vollmacht für solche Segnungen habe. Vor diesem Verbots-Hintergrund hatte sich der Synodale Weg anders positioniert.

Im entsprechenden Handlungstext des Synodalen Wegs heißt es: „Die Weigerung, die Beziehung zweier Menschen zu segnen, die ihre Partnerschaft in Liebe, Verbindlichkeit und Verantwortung zueinander und zu Gott leben wollen, erweist sich in einer Gesellschaft, die Menschenwürde und freie Selbstbestimmung als Maxime moralischer Normierung errungen hat, als unbarmherzig oder gar diskriminierend.“

Und weiter: „Häufig haben gleichgeschlechtliche Paare und wiederverheiratete Paare in unserer Kirche Ausgrenzung und Abwertung erfahren. Die Möglichkeit, ihre Partnerschaft öffentlich unter den Segen Gottes zu stellen, macht diese Erfahrungen nicht wett. Sie bietet der Kirche aber die Chance, der in diesen Beziehungen vorhandenen Liebe und den gelebten Werten nunmehr Wertschätzung entgegenzubringen und so Versöhnung zu ermöglichen.“

Wilmer stimmte auch beim Handlungstext „Lehramtliche Neubewertung von Homosexualität“ mit „Ja“. Dort ist zu lesen: „Da die homosexuelle Orientierung zum Menschen gehört, wie er*sie von Gott geschaffen wurde, ist sie ethisch nicht anders zu beurteilen als die heterosexuelle Orientierung.“ Und wenig später: „Gleichgeschlechtliche – auch in sexuellen Akten verwirklichte – Sexualität ist damit keine Sünde, die von Gott trennt, und sie ist nicht als in sich schlecht zu beurteilen. Sie ist vielmehr an der Verwirklichung der genannten Werte zu messen.“ Entsprechend müsse der Katechismus der Katholischen Kirche abgeändert werden.

Der Handlungstext „Frauen in sakramentalen Ämtern – Perspektiven für das weltkirchliche Gespräch“ fand ebenfalls die Zustimmung von Wilmer. „Mit der Zulassung von Frauen zum Diakonat verbinden viele die Stärkung des caritativen Grundvollzugs, den das Zweite Vatikanische Konzil neben der Aufgabe der Evangelisierung durch die Verkündigung des Wortes Gottes und durch die liturgische Feier der Sakramente als drittes wesentliches Moment der Identität der Kirche herausgestellt hat“, so das Dokument des Synodalen Wegs.

Mit Blick auf die Priesterweihe von Frauen stimmte die Mehrheit des Synodalen Wegs für folgenden Passus, der auch im Grundtext „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ so formuliert war (dort ebenfalls mit Zustimmung Wilmers): „Darum ist die Frage an die höchste Autorität in der Kirche (Papst und Konzil) zu richten, ob die Lehre von Ordinatio Sacerdotalis nicht geprüft werden muss: Im Dienst der Evangelisierung geht es darum, eine entsprechende Beteiligung von Frauen an der Verkündigung, an der sakramentalen Repräsentanz Christi und am Aufbau der Kirche zu ermöglichen. Ob die Lehre von Ordinatio Sacerdotalis die Kirche unfehlbar bindet oder nicht, muss dann verbindlich auf dieser Ebene geprüft und geklärt werden.“

In Ordinatio sacerdotalis hatte Papst Johannes Paul II. im Jahr 1994 verbindlich erklärt: „Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“

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