Kardinal Woelki sichert neuem DBK-Vorsitzenden Wilmer Unterstützung zu
Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat dem neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer SCJ, seine Unterstützung zugesagt. In einem Interview lobte er Wilmers Fokus auf das Evangelium, nachdem beide in der Vergangenheit auch unterschiedliche theologische Akzente gesetzt hatten.
Wilmer ist am Dienstag zum neuen Vorsitzenden der DBK gewählt worden, wie CNA Deutsch berichtete. Bei der Frühjahrs-Vollversammlung wählten die 56 anwesenden Bischöfe den Bischof von Hildesheim zum Nachfolger des Limburger Bischofs Georg Bätzing.
Woelki äußerte sich anschließend positiv über das Wahlergebnis. Gegenüber dem Kölner Sender Domradio erklärte er: „Ich freue mich, gratuliere ihm herzlich und wünsche ihm Gottes Segen.“ Dies sei das Wichtigste, was Wilmer in der aktuellen Situation gebrauchen könne. Zugleich sicherte der Kardinal zu: „Er hat auch von mir alle Unterstützung, die ich ihm geben kann.“
Dass Wilmer nach seiner Wahl stark mit dem Evangelium argumentierte, bewertete Woelki als grundlegend für das kirchliche Amt. Er sagte: „Das ist das Normale und das Selbstverständlichste für einen Bischof.“
Die Kirche sei keine politische Partei, sondern mit dem Evangelium unterwegs. In diesem Zusammenhang verwies der Kölner Erzbischof auf ein Schreiben von Papst Franziskus an die Kirche in Deutschland. Es sei gut, dass Wilmer aufgreife, dass die Evangelisierung im Mittelpunkt der kirchlichen Bemühungen stehen müsse.
In der Vergangenheit hatten die beiden Bischöfe zum Teil unterschiedliche Positionen vertreten. Ende 2018 hatte Wilmer geäußert, der Missbrauch von Macht stecke in der „DNA der Kirche“. Woelki widersprach dieser Darstellung damals in einem Interview mit dem Deutschlandfunk und sagte: „Denn wenn das so wäre, dann müsste ich aus der Kirche austreten.“
Zudem stimmte Wilmer beim deutschen Synodalen Weg regelmäßig mit der Mehrheit für Bestrebungen, die überlieferte kirchliche Lehre zu ändern. Im Gegensatz dazu war das Abstimmungsverhalten von Woelki beim Synodalen Weg durchgängig kritisch-ablehnend.
Mit Blick auf die laufende Vollversammlung beschrieb Woelki die Atmosphäre als ein „gutes und herzliches Miteinander“. Zu den weiteren Beratungen der Bischöfe erklärte er abschließend: „Jetzt müssen wir schauen, wie die Beratungen weitergehen. Wir stehen noch relativ am Anfang.“
