Bischof Oster will sich an Synodalkonferenz beteiligen, wenn Vatikan zustimmt
Der Passauer Bischof Stefan Oster SDB, der vor einigen Jahren nach vatikanischer Kritik aus dem deutschen Synodalen Weg ausgestiegen war, will sich an der geplanten Synodalkonferenz beteiligen, wenn der Vatikan die Satzung dieses Gremiums zur Verstetigung des Synodalen Wegs genehmigt.
„Ich habe immer gesagt, dass ich mit der Weltkirche gehen werde“, betonte Oster am Montag im Interview mit katholisch.de und der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Ich warte mit einiger Spannung darauf, wie Rom sich dazu verhält. Aber grundsätzlich ist meine Position: Wenn wir es im Einvernehmen mit der Weltkirche machen, dann mache ich mit.“
Oster verwies auf die Gespräche von Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit den zuständigen vatikanischen Stellen. „Die deutsche Seite hat dabei versucht klarzumachen, dass ‚Beschlüsse fassen‘ etwas anderes sei als ‚entscheiden‘“, erläuterte der Bischof von Passau. „Ich bin gespannt, wie die Römer sich dazu verhalten.“
In der Satzung der Synodalkonferenz geht es um die Idee des gemeinsamen Beratens und Entscheidens von Diözesanbischöfen und Nicht-Bischöfen. Konkret heißt es, die Synodalkonferenz „berät und fasst Beschlüsse im Sinne ‚synodaler Entscheidungsprozesse‘ (vgl. Abschlussdokument der Bischofssynode, Nr. 94) zu wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung“. Auf diese Formulierung spielte Oster offenbar an. Bislang wurde nicht öffentlich erläutert, was der Unterschied zwischen Entscheiden und einem Fassen von Beschlüssen ist.
Die Präambel der Satzung hält für die Synodalkonferenz ohnehin fest: „Sie führt in synodalen Beratungen durch geistliche Unterscheidung zu gemeinsamen Entscheidungen.“
Oster jedenfalls zeigte sich zuversichtlich, dass der Vatikan der Satzung die Genehmigung erteilt. So argumentierte er, der Gesprächsprozess zwischen deutschen Bischöfen und dem Vatikan „geht jetzt schon seit über zwei Jahren. Da ist inzwischen eine Gegenseitigkeit entstanden. Da wird man das Ding nicht an die Wand fahren. Auch die Römer haben das Interesse, dass da keiner mit Gesichtsverlust rausgeht. Deswegen glaube ich, dass die Synodalkonferenz kommen wird.“
Trotz dieser Positionierung übte Oster erneut Kritik am deutschen Synodalen Weg: „In der Vergangenheit haben mir tatsächlich einzelne Mitglieder der Bischofskonferenz, vor allem Weihbischöfe, gesagt, dass sie in der Synodalversammlung ab dem Zeitpunkt, an dem öffentlich und namentlich abgestimmt werden musste, bisweilen wegen des öffentlichen Drucks auch gegen persönliche Überzeugungen abgestimmt haben.“
„Der wichtigste Punkt ist, dass man wirklich einander zuhört im geschützten Raum und sagt, was einem der Geist eingibt“, forderte der Bischof von Passau für die Zukunft. „Dass man nicht versucht, Politik zu machen und politischen oder öffentlichen Druck auszuüben. Dass man nicht kalkuliert, nicht auf Mehrheiten schielt.“
Vor einigen Jahren hatten vier Diözesanbischöfe den Synodalen Weg aufgrund der nachhaltigen römischen Kritik bereits verlassen. Einer dieser Bischöfe – Gregor Maria Hanke OSB – ist nicht mehr im Amt. Oster nahm an der letzten Synodalversammlung Ende Januar wieder teil, während Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln und Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg ihr fernblieben.
Woelki betonte im Januar gegenüber dem Kölner Domradio ausdrücklich: „Für mich ist der Synodale Weg abgeschlossen.“ Auf die Nachfrage, ob er sich an der Synodalkonferenz beteiligen werde, sollte der Vatikan seine Zustimmung geben, sagte er nur: „Wir müssen abwarten, was Rom tatsächlich sagt. […] Insofern möchte ich mich nicht an Spekulationen beteiligen. Ich kann nur sagen, dass ich mich meinen Weiheversprechen gegenüber zu verantworten habe. Ich habe versprochen, den Glauben der Kirche zu schützen und in Einheit mit dem Papst den Weg in meiner Diözese zu gehen. Das möchte ich auch in Zukunft für mich in Anspruch nehmen.“
Der Vatikan unter Papst Franziskus und nun unter Papst Leo XIV. forderte trotz aller Kritik am Synodalen Weg nie förmlich, den Prozess mit seinen teils radikalen Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre zu beenden und Gremien nur so einzurichten, wie es kirchenrechtlich problemlos möglich ist und wie sie in Deutschland auf allen Ebenen existieren. Nun besteht die Lösung der deutschen Frage entweder darin, die Satzung zu genehmigen, womit alle bisherige vatikanische Kritik an einem Gremium zur Verstetigung des Synodalen Wegs als substanzlos erscheinen würde, oder die Satzung abzulehnen, wodurch der Eindruck entstünde, dass der Vatikan erst dann durchgreift, wenn es um die Macht der Bischöfe geht, nicht aber zuvor, wenn zentrale Punkte der katholischen Lehre in Frage gestellt wurden – etwa mit Blick auf Frauenordination, die reguläre Taufspendung durch Laien und Homosexualität.
