„Es droht ein Flächenbrand in der gesamten Region“: Bischof Meier zu Iran-Krieg
Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat mit Blick auf den Iran-Krieg gewarnt: „In den seit Samstag tobenden Konflikt werden mehr und mehr Staaten hineingezogen, es droht ein Flächenbrand in der gesamten Region!“ Am Samstag hatten die Vereinigten Staaten von Amerika und der Staat Israel eine militärische Aktion gegen den Iran gestartet. Das Land antwortete mit Angriffen auf zahlreiche weitere Länder in der Region, wobei es um Ziele geht, die mit den USA und Israel in Verbindung stehen.
Meier, der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für die Kommission Weltkirche zuständig ist, predigte am Montag bei einer Messe, die Teil einer Initiative des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) ist und die Fastenzeit als Gebetszeit für den Frieden in den Fokus stellt.
„Wir schauen alle gebannt auf die Bilder, die uns aus dem Iran und der Golfregion erreichen, von den Menschen in den Schutzräumen Israels, ja, bis hin zu den Militärbasen auf Zypern“, so Meier. „Mögen die Waffen bald schweigen und möge vor allem das iranische Volk die Chance bekommen, zur Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zurückzufinden.“
Der Bischof betonte: „Auch wenn natürlich Staaten das Recht haben, sich zu verteidigen oder unter Umständen Gewalt zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger einzusetzen, sollten wir nie vergessen: Gewalt allein schafft keinen Frieden.“
Nicht nur mit Blick auf die Lage im Iran sagte er: „Zerstörte Städte, geschwächte Zivilgesellschaften, politische Repressionen, wirtschaftliche Nöte, religiöse Spannungen, Menschen auf der Flucht. All dies finden wir wieder und wieder in unterschiedlichen Ausprägungen. Immer ist Vertrauen auf lange Zeit zerbrochen. Ein echter Friede wird dort nicht möglich sein, ohne dass Schuld benannt wird. Ohne dass Unrecht anerkannt wird. Ohne dass die Wahrheit ans Licht kommt.“
„In der Ukraine, im Heiligen Land, in Syrien und in den vielen Krisengebieten dieser Welt begegnen wir einer Wirklichkeit, die von Krieg, Terror, Vertreibung, Hunger, religiöser Vereinnahmung und politischen Machtspielen geprägt ist“, sagte Meier. „Gewalt ist wieder eine selbstverständliche Sprache der Politik und erscheint uns leider oft auch als angemessene Reaktion auf diese Entwicklungen.“
Vor diesem Hintergrund bestehe der erste Schritt „zu einem gerechten Frieden“ darin, „schonungslose Selbstreflexion“ zu üben. Dies gelte es zu bedenken, wenn man mit der Aktion des CCEE „in besonderer Weise für einen unbewaffneten und entwaffnenden Frieden beten“ wolle.
Die Tagesschau meldete am Dienstag: „Die Menschen in Iran haben keine Schutzräume, keine unterirdischen Bunker. Sie sind den Angriffen schutzlos ausgeliefert. Der Rote Halbmond berichtet von mehr als 780 Toten. Die Menschenrechtsorganisation HRANA hat seit Kriegsbeginn bislang 225 Fälle von getöteten Zivilisten verifizieren können. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.“
Bei der Militäraktion gegen den Iran wurde auch Ajatollah Ali Chamenei getötet, der das Land jahrzehntelang als wichtigster islamischer Führer sowie als Staatsoberhaupt prägte. „Chameneis Außenpolitik war geprägt vom Kampf gegen die Erzfeinde Israel und USA“, so die Tagesschau. „Darüber hinaus trieb Chamenei das umstrittene Atomprogramm und die Produktion ballistischer Raketen voran. Über eine Atombombe verfügte der Iran bis zuletzt allerdings nicht.“
Bereits im Juni 2025 hatten die USA unter Präsident Donald Trump militärische Schläge gegen den Iran durchgeführt. Damals behauptete er: „Satellitenbilder zeigen, dass alle Nuklearstandorte im Iran monumentale Schäden davongetragen haben. ‚Vernichtung‘ ist hier das richtige Wort!“
Nun – weniger als ein Jahr später – war offenbar erneut ein Angriff nötig, der wiederum mit dem Streben des Iran nach Atomwaffen begründet wurde. Iranische Gegenschläge haben auch mehrere US-amerikanische Todesopfer gefordert. Israelische Angriffe forderten unterdessen im Libanon dutzende Menschenleben.