Krieg gegen Iran laut Friedensbewegung Pax Christi „völkerrechtswidriger Angriff“

Krieg gegen Iran laut Friedensbewegung Pax Christi „völkerrechtswidriger Angriff“

Die deutsche Sektion der katholischen Friedensbewegung Pax Christi hat erklärt, der Krieg gegen den Iran sei „ein völkerrechtswidriger Angriff auf einen souveränen Staat“. Am Samstag hatten die Vereinigten Staaten von Amerika und der Staat Israel eine militärische Aktion gegen den Iran gestartet. Das Land antwortete mit Angriffen auf zahlreiche weitere Länder in der Region, wobei es um Ziele geht, die mit den USA und Israel in Verbindung stehen.

Bei der Militäraktion gegen den Iran wurde auch Ajatollah Ali Chamenei getötet, der das Land jahrzehntelang als wichtigster islamischer Führer sowie als Staatsoberhaupt prägte. „Chameneis Außenpolitik war geprägt vom Kampf gegen die Erzfeinde Israel und USA“, so die Tagesschau. „Darüber hinaus trieb Chamenei das umstrittene Atomprogramm und die Produktion ballistischer Raketen voran. Über eine Atombombe verfügte der Iran bis zuletzt allerdings nicht.“

Pax Christi betonte vor diesem Hintergrund: „Auch Staatsoberhäupter, die schwerste Verbrechen begangen haben, sind vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen und nicht extralegal hinzurichten. Auch das Töten von Zivilpersonen ist ein Kriegsverbrechen. Das illegale Vorgehen der USA und Israels mit den zu erwartenden Gegenschlägen droht die ganze Region des Mittleren Ostens in eine Gewalteskalation zu treiben. Dies gilt es zu verhindern.“

Die Tagesschau meldete am Dienstag: „Die Menschen in Iran haben keine Schutzräume, keine unterirdischen Bunker. Sie sind den Angriffen schutzlos ausgeliefert. Der Rote Halbmond berichtet von mehr als 780 Toten. Die Menschenrechtsorganisation HRANA hat seit Kriegsbeginn bislang 225 Fälle von getöteten Zivilisten verifizieren können. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.“

Laut Pax Christi sind auch die „Gewaltexzesse der iranischen Führung gegen die Freiheitsbestrebungen im eigenen Volk“ keine Rechtfertigung für einen „Krieg von außen“: Dieser wird höchstwahrscheinlich nicht zu einem von den Iranerinnen und Iranern mehrheitlich ersehnten Regime-Change führen, sondern im Gegenteil zu noch mehr Gewalt im Land – wie auch zu Angst, Leid und Tod in der gesamten Region.“

„Die Bundesregierung hat bisher den völkerrechtswidrigen Angriff nicht verurteilt“, so Pax Christi. „Das muss sie tun, wenn sie zum Völkerrecht steht. Wir fordern sie auf, Waffenlieferungen und jegliche logistische Unterstützung der Kriegsparteien zu unterlassen. Mit Papst Leo XIV. fordern wir die Bundesregierung und die Europäische Union auf, sich dafür einzusetzen, dass die Spirale der Gewalt durchbrochen wird, die Verhandlungen wieder aufgenommen werden und das Völkerrecht geachtet wird, damit in diesem Konflikt nicht noch mehr Menschen ihr Leben verlieren.“

Bereits im Juni 2025 hatten die USA unter Präsident Donald Trump militärische Schläge gegen den Iran durchgeführt. Damals behauptete er: „Satellitenbilder zeigen, dass alle Nuklearstandorte im Iran monumentale Schäden davongetragen haben. ‚Vernichtung‘ ist hier das richtige Wort!“

Nun – weniger als ein Jahr später – war offenbar erneut ein Angriff nötig, der wiederum mit dem Streben des Iran nach Atomwaffen begründet wurde. Iranische Gegenschläge haben auch mehrere US-amerikanische Todesopfer gefordert. Israelische Angriffe forderten unterdessen im Libanon dutzende Menschenleben.

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