Bischof Overbeck sieht „fragwürdiges Handeln der USA“ im Iran-Krieg
Bischof Franz-Josef Overbeck, der neben der Diözese Essen auch für die Bundeswehr zuständig ist, hat „ein fragwürdiges Handeln der USA“ im Iran-Krieg verortet.
Am Samstag hatten die Vereinigten Staaten von Amerika und der Staat Israel eine militärische Aktion gegen den Iran gestartet. Das Land antwortete mit Angriffen auf zahlreiche weitere Länder in der Region, wobei es um Ziele geht, die mit den USA und Israel in Verbindung stehen.
Bei einer Veranstaltung mit Schülern des Mariengymnasiums in Essen sagte Overbeck am Dienstag, der Iran sei ein Unrechtsstaat. Dennoch gelte: „Einen Krieg anzufangen, der nicht rechtlich abgesichert ist, bleibt Unrecht.“
„Ich habe gleich nach den ersten Meldungen am Wochenende unsere Militärseelsorgerinnen und -seelsorger kontaktiert, die mit Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr derzeit in Jordanien und im nordirakischen Erbil sind“, betonte Overbeck. „Und ich war sehr froh, als sie mir berichten konnten, dass beide Einheiten in Sicherheit sind.“
Das Bistum Essen berichtete über die Veranstaltung: „Dass sich der Bischof deutlich für einen Wehrdienst aussprach, der in gleichem Maße Männer und Frauen betreffen solle, regte Widerspruch im jungen Publikum.“
Eine Schülerin habe gesagt: „Ich würde mir wünschen, dass die Gleichberechtigung nicht dort anfängt, sondern in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft.“ Overbeck reagierte darauf mit den Worten: „Gerade bei den existenziellen Fragen sollte ,Gleiches Recht für alle‘ gelten.“ Dies gelte allerdings auch für die Kirche.
Am Mittwoch meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) zum Iran-Krieg: „Die Zahl der Todesopfer im Iran ist einer staatsnahen Stiftung zufolge auf mehr als 1.000 gestiegen.“
Am Dienstag hatte die Tagesschau berichtet: „Die Menschen in Iran haben keine Schutzräume, keine unterirdischen Bunker. Sie sind den Angriffen schutzlos ausgeliefert. Der Rote Halbmond berichtet von mehr als 780 Toten. Die Menschenrechtsorganisation HRANA hat seit Kriegsbeginn bislang 225 Fälle von getöteten Zivilisten verifizieren können. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.“
Bei der Militäraktion gegen den Iran wurde auch Ajatollah Ali Chamenei getötet, der das Land jahrzehntelang als wichtigster islamischer Führer sowie als Staatsoberhaupt prägte. „Chameneis Außenpolitik war geprägt vom Kampf gegen die Erzfeinde Israel und USA“, so die Tagesschau. „Darüber hinaus trieb Chamenei das umstrittene Atomprogramm und die Produktion ballistischer Raketen voran. Über eine Atombombe verfügte der Iran bis zuletzt allerdings nicht.“
Bereits im Juni 2025 hatten die USA unter Präsident Donald Trump militärische Schläge gegen den Iran durchgeführt. Damals behauptete er: „Satellitenbilder zeigen, dass alle Nuklearstandorte im Iran monumentale Schäden davongetragen haben. ‚Vernichtung‘ ist hier das richtige Wort!“
Nun – weniger als ein Jahr später – war offenbar erneut ein Angriff nötig, der wiederum mit dem Streben des Iran nach Atomwaffen begründet wurde. Iranische Gegenschläge haben auch mehrere US-amerikanische Todesopfer gefordert. Israelische Angriffe forderten unterdessen im Libanon dutzende Menschenleben.
