Misereor verurteilt „aufs Schärfste“, dass Libanon in Nahost-Krieg verwickelt wird

Misereor verurteilt „aufs Schärfste“, dass Libanon in Nahost-Krieg verwickelt wird

Das kirchliche Hilfswerk Misereor hat am Wochenende „aufs Schärfste“ verurteilt, dass der Libanon in den vor knapp über einer Woche ausgebrochenen Iran-Krieg verwickelt wird.

Sylvia Haddad von der Misereor-Partnerorganisation Joint Christian Committee kritisierte, „dass der Libanon in diesen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran hineingezogen wird und dass durch die Anordnung der Evakuierung Dutzender Dörfer das Leben der Menschen und das Land zerstört werden“.

Ende Februar hatten die USA und der Staat Israel den Iran angegriffen. Vertreter der Regierungen in den beiden Ländern haben erklärt, dass es sich um einen Präventivkrieg gegen den Iran handelt. Bereits im Juni 2025 hatten mehrtägige Angriffe der beiden Regierungen das Atomprogramm des Iran zerstört.

Derzeit konzentrieren sich die Kampfhandlungen besonders auf die iranische Hauptstadt Teheran sowie auf den Libanon. Die Luftangriffe gehen von den USA und vom Staat Israel aus. Der Iran wiederum versucht, Schläge gegen den Staat Israel sowie gegen arabische Staaten zu verüben, in denen die USA militärische Stützpunkte haben. Dazu gehören fast alle Staaten auf der arabischen Halbinsel.

Im Zentrum der militärischen Aktionen gegen den Libanon steht die Hisbollah, eine terroristische Organisation, die in dem Land nördlich des Staates Israel beheimatet ist, aber auf der Seite des Iran steht und von dort auch finanziert wird. Nach dem Angriff der USA und des Staates Israel auf den Iran feuerte die Hisbollah eine Reihe von Raketen auf israelische Ziele ab.

Im Deutschlandfunk sagte der Nahost-Experte Guido Steinberg von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik während des Krieges im Heiligen Land zwischen dem Staat Israel und der in Palästina angesiedelten terroristischen Organisation Hamas von 2023 bis 2025: „Es waren die iranischen Revolutionsgarden, die 1982 die Hisbollah gründeten, damit sie den Kampf gegen die israelische Besetzung von Teilen des Südlibanon aufnehmen konnte.“

Misereor ordnete die aktuelle Lage ein mit den Worten: „Das seit November 2024 bestehende Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon war von Anfang an fragil. Die UN-Friedenstruppe UNIFIL meldete mehr als 10.000 israelische Angriffe auf libanesischem Staatsgebiet.“

In der Stellungnahme von Misereor hieß es weiter: „Die humanitäre Lage verschlechtert sich dramatisch. Nach offiziellen Angaben wurden bislang mehr als 120 Menschen getötet und über 700 verletzt. Rund 100.000 Menschen sind bereits innerhalb des Landes auf der Flucht – weitere werden erwartet. Die bislang 441 bereitgestellten Notunterkünfte, etwa in Schulen und Kirchen, stoßen schon jetzt an ihre Grenzen.“

Frank Wiegandt, Leiter der Dialog- und Verbindungsstelle von Misereor im Libanon, ist derzeit in Beirut, der Hauptstadt des Libanon, die im Kriegszustand ist. Er betonte, die Bevölkerung des Landes dürfe „nicht erneut zu Leidtragenden eines regionalen Konflikts werden“.

„Angriffe, die Zivilisten gefährden oder zur massenhaften Vertreibung führen, verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht und müssen unverzüglich beendet werden“, stellte Wiegandt klar.

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