Neuer Mainzer Weihbischof Pottackal: „Ich habe viel Ermutigung und Unterstützung erfahren“

Neuer Mainzer Weihbischof Pottackal: „Ich habe viel Ermutigung und Unterstützung erfahren“

Der designierte Mainzer Weihbischof Joshy George Pottackal OCarm hat mit Blick auf seine Ernennung im November 2025 erklärt: „Ich habe viel Ermutigung und Unterstützung erfahren – nicht nur in Mainz, sondern auch aus dem Ausland.“

Pottackal wird am 15. März zum Bischof geweiht. Er stammt selbst aus Indien, lebt aber seit vielen Jahren in Deutschland und ist auch deutscher Staatsbürger.

„Viele Menschen haben mir gesagt, dass sie es gut und wichtig finden, dass nun erstmals jemand mit Migrationshintergrund Weihbischof in Deutschland wird“, sagte der Karmelit am Dienstag gegenüber katholisch.de.

Die Kirche in Deutschland erlebe „unruhige Zeiten“, räumte Pottackal ein. „Gleichzeitig ist es eine Zeit, in der viele Themen offen angesprochen und diskutiert werden. Die Krise hat verschiedene Ursachen“, darunter „der Missbrauchsskandal, der Rückgang der Gläubigen, aber auch die Frage nach der Rolle der Frau. Das alles ist herausfordernd. Aber aus Krisen kann man auch lernen und gestärkt hervorgehen. Wichtig ist die Bereitschaft dazu.“

„Wir sollten außerdem stärker auf die Weltkirche schauen und sehen, wie Kirche in anderen Ländern lebt und funktioniert“, forderte er. „Gerade mit meinem indischen Hintergrund halte ich diesen Blick über den eigenen Tellerrand für wichtig.“

Mit Blick auf seine eigene Erfahrung als Seelsorger sagte Pottackal, das Zuhören sei „ganz entscheidend. Ich glaube, dass ich diese Fähigkeit habe – ohne mich selbst loben zu wollen. Menschen kommen mit ihren Fragen, Zweifeln, aber auch mit ihrer Freude zu mir als Priester: bei Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen oder in persönlichen Krisen. Da habe ich gelernt, wie wichtig es ist, den Menschen wirklich zuzuhören. Auch wenn ich als Bischof künftig viele andere Aufgaben haben werde, möchte ich mir genau das bewahren: für die Menschen da zu sein und ihre Sorgen ernst zu nehmen.“

Geboren am 30. April 1977 im indischen Bundesstaat Kerala, trat Pottackal nach seiner Schullaufbahn bei den Karmeliten ein. 2003 wurde er nach dem Studium in Indien zum Priester geweiht, bevor es für ihn nach Deutschland ging. Zunächst besuchte er die Sprachschule und das Pastoralseminar für die Ordenspriester an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster. Seit 2006 war der Priester im Bistum Mainz in der Seelsorge tätig.

Im Jahr 2022 wechselte Pottackal in das Bischöfliche Ordinariat, wo er als Personalreferent mit Schwerpunkt Priester wirkte. Derzeit lebt er im Karmeliterkloster in Mainz, das zu Fuß nur rund zehn Minuten vom Ordinariat entfernt in unmittelbarer Nähe zum Rheinufer liegt.

Ein Weihbischof unterstützt den Diözesanbischof insbesondere bei der Spendung von Firmungen sowie bei der Visitation von Pfarreien. Im Bistum Mainz wurden 2024 weniger als 3.000 Firmungen gespendet, was 30 großen Zeremonien mit 100 Personen oder 100 kleineren Zeremonien mit 30 Personen entspricht. Die Anzahl der Pfarreien im Bistum Mainz betrug 2024 noch 279, soll aber in den nächsten Jahren auf nur 46 reduziert werden. Ihren Glauben praktizieren durch den regelmäßigen sonntäglichen Messbesuch nur 33.000 Menschen, was 5,5 Prozent aller Katholiken der Diözese entspricht.

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