Papst Leo: Die Kirche ist Volk Gottes, „kein Volk wie jedes andere“
Papst Leo XIV. hat am Mittwochvormittag bei der Generalaudienz betont, die Kirche sei das Volk Gottes und „kein Volk wie jedes andere“. Damit setzte er seine Reihe von Ansprachen über die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils fort – in diesem Fall die Dogmatische Konstitution Lumen gentium.
Die Kirche sei also „ein Volk, das nun aus Mitgliedern aller Nationen besteht; es ist vereint durch den Glauben an ihn, durch die Zugehörigkeit zu ihm, durch das Leben in seiner Nachfolge, beseelt vom Geist des Auferstandenen. Das ist die Kirche: das Volk Gottes, das seine Existenz aus dem Leib Christi bezieht und selbst der Leib Christi ist.“
Das Volk Gottes sei von ihm selbst zusammengerufen und bestehe „aus Frauen und Männern aus allen Völkern der Erde. Ihr einigendes Prinzip ist nicht eine Sprache, eine Kultur, eine Ethnie, sondern der Glaube an Christus: Die Kirche ist daher – gemäß einem großartigen Ausdruck des Konzils – die Versammlung ‚aller, die im Glauben auf Jesus schauen‘.“
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Mehr InformationenLeo fuhr fort: „Es ist ein messianisches Volk, gerade weil es Christus, den Messias, als sein Haupt hat. Diejenigen, die ihm angehören, rühmen sich nicht ihrer Verdienste oder Titel, sondern nur der Gabe, in Christus und durch ihn Töchter und Söhne Gottes zu sein.“
„Über jede Aufgabe oder Funktion hinaus ist es daher in der Kirche wirklich wichtig, mit Christus verbunden zu sein, durch die Gnade Kinder Gottes zu sein“, stellte der Pontifex klar. „Dies ist auch der einzige Ehrentitel, den wir als Christen anstreben sollten. Wir sind in der Kirche, um unaufhörlich Leben vom Vater zu empfangen und als seine Kinder und Brüder und Schwestern untereinander zu leben. Folglich ist das Gesetz, das die Beziehungen in der Kirche belebt, die Liebe, wie wir sie in Jesus empfangen und erfahren; und ihr Ziel ist das Reich Gottes, auf das sie gemeinsam mit der ganzen Menschheit zusteuert.“
„In Christus, dem Herrn und Erlöser aller Menschen, vereint, kann sich die Kirche niemals in sich selbst zurückziehen, sondern ist offen für alle und für alle da“, so der Papst.
In diesem Zusammenhang gelte, auch „diejenigen, die das Evangelium noch nicht empfangen haben“, seien „in gewisser Weise auf das Volk Gottes ausgerichtet, und die Kirche, die an der Sendung Christi mitwirkt, ist aufgerufen, das Evangelium überall und allen Menschen zu verkünden, damit jeder Mensch mit Christus in Kontakt kommen kann“.
So gebe es in der Kirche „einen Platz für jeden“. Jeder Christ sei berufen, „das Evangelium zu verkünden und in jedem Umfeld, in dem er lebt und arbeitet, Zeugnis abzulegen. So zeigt dieses Volk seine Katholizität, indem es den Reichtum und die Ressourcen verschiedener Kulturen aufnimmt und ihnen gleichzeitig die Neuheit des Evangeliums anbietet, um sie zu reinigen und zu erheben.“
Papst Leo schloss seine Ansprache mit den Worten: „Es ist ein großes Zeichen der Hoffnung – besonders in unserer Zeit, die von so vielen Konflikten und Kriegen geprägt ist –, zu wissen, dass die Kirche ein Volk ist, in dem Frauen und Männer verschiedener Nationalitäten, Sprachen und Kulturen im Glauben zusammenleben: Sie ist ein Zeichen mitten im Herzen der Menschheit, eine Erinnerung und Prophezeiung jener Einheit und jenes Friedens, zu denen Gott, der Vater, alle seine Kinder aufruft.“
