„Überall, wo wir Menschliches finden, finden wir das Gute und das Böse“: Bischof Varden
Der norwegische Bischof Erik Varden OCSO hat am Montag gegenüber dem Kölner Domradio betont: „Überall, wo wir Menschliches finden, finden wir das Gute und das Böse.“
„Manchmal finden wir das Schlimmste, und auch das Beste“, fuhr der Trappist fort, der seit 2020 Bischof ist und wieder in seiner Heimat Norwegen wirkt, nachdem er jahrelang in einem englischen Kloster gelebt hatte. „Ich denke, wir brauchen uns nicht zu sehr überraschen zu lassen von dieser Mischung. Das gehört einfach dazu.“
„Das Wichtige ist, dass wir das Gute wählen und dass wir das Böse wegarbeiten“, zeigte sich Varden überzeugt. „Dass wir uns für das Licht entscheiden und der Dunkelheit den Rücken wenden.“
Über die Lage in der norwegischen Diaspora sagte der Bischof: „Es kann eine große Chance sein, eine Minderheit zu sein. Denn man hat kein Territorium zu verteidigen. Man ist selbst zu einem gewissen Grad Neuankömmling. Wenn man sich in der Peripherie der Gesellschaft befindet, hat man eine gewisse Bewegungsfreiheit und auch eine gewisse Äußerungsfreiheit. Das ist nichts Schlechtes.“
Varden weilte in Köln, weil er dort am Rhein-Meeting teilnahm, einer Veranstaltung zu Themen der Gesellschaft, Religion, Kunst und Kultur. Im Interview mit dem Domradio kam er auf das Thema Einsamkeit zu sprechen, dass er auch beim Rhein-Meeting in den Blick genommen hatte.
So betonte er: „Die Erfahrung der Einsamkeit gehört zu den wesentlichsten Erfahrungen des Menschseins überhaupt und ist zeitlos. Unser jetziges gesellschaftliches, kulturelles und digitales Klima verschärft diese Erfahrung und intensiviert sie, besonders unter Jugendlichen.“
„Aber wir haben es mit etwas grundsätzlich Menschlichem zu tun“, stellte Varden klar. „Ich denke, es ist wichtig, sich damit prinzipiell auseinanderzusetzen, und auch pragmatisch, was die besonderen, modernen Herausforderungen betrifft.“
Als Trappist habe er die Einsamkeit für sich gewählt: „Im Englischen gibt es im Wortschatz die sehr nützliche und hilfreiche Distinktion zwischen Loneliness und Solitude. Solitudo, ein lateinischer Begriff, ist etwas nobles und potenziell sehr hohes. In meiner Solitudo kann ich mich dem stellen, was wesentlich ist. Das Alleinsein, Loneliness, ist negativ geprägt. Aber ich denke, es ist wichtig, kategorisch zwischen diesen beiden Erfahrungen trennen zu können.“
Varden hatte in diesem Jahr die Fastenexerzitien für Papst Leo XIV. und die römische Kurie gepredigt. Seit anderthalb Jahren ist er zudem Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz.
